Studie: Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss in Rheinland-Pfalz gestiegen

Studie zeigt Negativtrend auf

Studie: Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss in Rheinland-Pfalz gestiegen

Gütersloh/Mainz (dpa/lrs) - Der Anteil der Jugendlichen, die die Schule ohne einen Abschluss beenden, ist in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren gestiegen. Das geht aus einer von der Bertelsmann-Stiftung beauftragten Auswertung hervor. Demnach machten im Jahr 2021 in Rheinland-Pfalz 2760 Jugendliche keinen Abschluss. Das waren 7,4 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung. Bundesweit lag der Anteil bei 6,2 Prozent.

Für Rheinland-Pfalz zeigt ein Zehn-Jahres-Vergleich, dass es mit dem Anteil der Jugendlichen ohne Abschluss tendenziell nach oben ging. 2011 lag er noch bei 5,8 Prozent, 2015 dann bei 6,3 Prozent und seit 2018 mit einer Ausnahme jedes Jahr über sieben Prozent. Andere Länder konnten hingegen den Anteil in den vergangenen Jahren senken.

Zwischen den Bundesländern zeigen sich mitunter große Unterschiede: Während Bremen 2021 mit 10,0 Prozent auf den höchsten Anteil von Schulabgängern ohne Abschluss kam, war er in Bayern mit 5,1 Prozent am niedrigsten, gefolgt von Hessen mit 5,3. Rheinland-Pfalz rangiert eher im hinteren Mittelfeld, sechs Länder weisen einen höheren oder den gleichen Anteil von Jugendlichen ohne Abschluss auf, neun haben eine niedrigere Quote.

Auch innerhalb von Rheinland-Pfalz variiert der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss stark: Während 2020 im Kreis Neuwied 10,8 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung die Schule verließen, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss zu erwerben, waren es im Rhein-Pfalz-Kreis lediglich 1,5 Prozent.

Jungen stehen am Ende ihrer Schullaufbahn viel häufiger ohne Abschluss da als Mädchen. Ausländer sind überproportional betroffen. «Jeder junge Mensch ohne Schulabschluss ist einer zu viel», sagte der Bildungsforscher Klaus Klemm, einer der Autoren der Studie. «Unsere Gesellschaft kann es sich angesichts des wachsenden Fachkräftemangels nicht leisten, diese Personen durchs Raster fallen zu lassen.»

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Datum: 06.03.2023
Rubrik: Bildung
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