60 Jahre Freibad Lahnstein

Lahnstein hat Geschichte, Folge 753

60 Jahre Freibad Lahnstein

Vor Errichtung des heutigen Freibads ging man in Rhein und Lahn schwimmen. Das Baden war in bestimmten Abschnitten des Rheinufers von Niederlahnstein und Oberlahnstein sowie in der Lahn an der Wolfsmühle erlaubt. Daneben gab es auch private Badeanstalten, von denen sich das Wellersche Schwimm- und Zellenbad auf der Lahn zwischen Bahn- und Straßenbrücke am längsten gehalten hat.

Da das Wasser in den Flüssen jedoch zunehmend schmutziger wurde, machten sich die Stadtväter auf die Suche nach dem Standort für ein Freibad, entweder am Oberheckerweg (Gemarkung Grenbach) oder auf dem Streitacker bei Burg Lahneck.

Dabei erhitzte eine Flugblattaktion von drei Parteien die Gemüter: Herrscht auf der Höhe „gesunde reine Höhenluft“ oder ist man dort „der Hitze und ungesunden Winden ausgesetzt“? Mit 14:10 Stimmen entschied sich der Stadtrat am 26. Juli 1960 für den Streitacker. Der Name des Geländes rührt daher, dass es sich um die Angriffsseite der Burg Lahneck handelt, auf der es im Spätmittelalter immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam.

Am 13. Dezember 1961 war schließlich Spatenstich für das Freibad und am 5. Oktober 1962 Richtfest. Nördlich wurden von privater Seite ein Café und ein Campingplatz geplant und ausgeführt. Die Gesamtleitung lag in den Händen des Bäderarchitekten Klaus Karnatz aus Trier.

Die Eröffnung fand am 29. Juni 1963 statt. Die Übergabe erfolgte im Beisein des Regierungspräsidenten durch den 1. Beigeordneten Josef Gros. Der Zugang zum Schwimmbad erfolgt durch das sogenannte Umkleidegebäude, welches in Stahlbetonskelettbauweise errichtet wurde. Es enthält circa 1.200 Garderobenanlagen, Wechselkabinen, Sammelumkleidekabinen und Toiletten. Das Mehrzweckbecken hat ein Ausmaß von 50 x 21 Meter mit acht Wettkampfbahnen. Außerdem gibt es eine Sprunggrube mit Turm bestehend aus 1-Meter-, 3-Meter- und 5-Meter-Sprungplatte sowie einem 1-Meter- und 3-Meter-Brett.

Die Rhein-Zeitung schrieb zur Eröffnung: „Noch vor drei Jahrzehnten hätte allein der Gedanke, daß unsere Generation zum Schwimmen auf den Berg hinauf muß, nur ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen. Die günstige Lage der Stadt an Rhein und Lahn bot der Bevölkerung nämlich jederzeit reiche und gute Gelegenheit, im damals noch sauberen Gewässer der Flüsse zu baden oder zu schwimmen.“

1969 wurde die Anlage um ein Lehrschwimmbecken ergänzt. Ende der 1990er Jahre war eine Sanierung des Bades nötig. Im April 1998 fand der erste Spatenstich zur Freibadsanierung statt, die 14 Monate dauern sollte. Die Gesamtkosten betrugen rund 3,7 Millionen D-Mark (circa 1,8 Millionen Euro), woran sich das Land Rheinland-Pfalz mit 50 Prozent beteiligte. Das Bad erhielt neben einer neuen Filtertechnik auch eine Beckenverkleidung aus Edelstahl. Neue Attraktion wurde die 55 Meter lange Riesenrutsche. Zur Wiedereröffnung Ende Mai 1999 wurde drei Tage lang mit allerlei Prominenz gefeiert.

Auch in den letzten Jahren wurde einiges investiert, darunter in eine neue Badewassertechnik sowie in die Modernisierung und attraktivere Gestaltung des Kleinkinderbereichs.

Das Lahnsteiner Freibad bietet heute ein 690 Quadatmeter großes Mehrzweckbecken mit drei 50-Meter und fünf 25-Meter-Bahnen, ein Lehrschwimmbecken mit 250 Quadratmeter Wasserfläche, ein Kleinkinderbecken mit Rutsche, 18.000 Quadratmeter Liegefläche und rund 400 Parkplätze.

Am 15. Mai wurde die neue Saison eröffnet.

 

Foto: Stadtverwaltung Lahnstein

Die Rutsche im Jahr 1963.

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Datum: 26.05.2023
Rubrik: Lahnstein
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