Wasser und Schatten: Wie Städte sich bei Hitze um Obdachlose kümmern

Auch Koblenz engagiert sich

Wasser und Schatten: Wie Städte sich bei Hitze um Obdachlose kümmern

Trier/Koblenz/Ludwigshafen (dpa/lrs) - Bei Hitze gehören Obdachlose zu den am meisten gefährdeten Gruppen. Wenn hohe Temperaturen herrschen, sind Menschen ohne Wohnung oft der Sonne ausgesetzt. Um ihnen zu helfen, gibt es in Rheinland-Pfalz zahlreiche Angebote, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

In Ludwigshafen können sich Obdachlose an Werktagen im offenen Bereich der Beratungsstelle der Drogenhilfe aufhalten. «Sie erhalten dort auch kostenlos Trinkwasser», teilte eine Sprecherin der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz mit. Die Ausgabe werde aus Spenden finanziert. Die Öffnungszeiten seien mit denen der nahen Rohrlachstube der Jona-Kirchengemeinde und der Suppenküche der Apostelkirche abgestimmt. «Damit besteht die Möglichkeit, sich bei großer Hitze über einen längeren Zeitraum in geschlossenen Räumen aufzuhalten.» Darüber hinaus hätten auch Streetworker bei ihren Gängen durch die nördliche und südliche Innenstadt Wasser dabei.

In Koblenz existieren der Stadt zufolge für Wohnungslose eine Reihe von Einrichtungen für den Tagesaufenthalt und für Getränke. Ein Sprecher verwies etwa auf ein städtisches Übernachtungsheim sowie auf eine Anlaufstelle der Caritas und eine Einrichtung der AWO. «Ferner haben die vorgenannten freien Träger in der Vergangenheit die Wohnungslosen auch aktiv aufgesucht und ihnen Getränke gebracht und sie auf verschiedene kühle Orte hingewiesen», erklärte er.

In Trier tragen städtische Streetworker stets Wasser mit sich, wenn sie zu Obdachlosen unterwegs sind. «Natürlich verweisen sie obdachlose Menschen auch immer auf die öffentlichen Wasserspender», betonte ein Sprecher. Zudem betreibe die Caritas einen Beratungsbus, der «Szeneplätze» in der Moselstadt anfahre. «Auch dieser Bus hat Getränke an Bord, die Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden.»

Die beiden Häuser von freien Trägern in Trier, in denen Frauen und Männer übernachten könnten, seien derzeit auch als Tagesaufenthalt geöffnet. «Obdachlose können also auch tagsüber dort einkehren und müssen sich nicht in brütender Hitze im Freien aufhalten.» Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder unterhalte zudem eine Bedürftigen-Küche. «In all diesen Angeboten gibt es kühle Getränke.»

In Neustadt an der Weinstraße gibt es der Kommune zufolge für jeden Obdachlosen, der von der Verwaltung betreut wird, eine Unterkunft, die auch Hitzeschutz ermöglichen soll. Ein Sprecher verwies zudem auf öffentliche Trinkbrunnen der Stadtwerke sowie Wasserläufe. «Bei der sehr eng mit der Stadt arbeitenden Tagesbegegnungsstätte "Lichtblick" gibt es kostenfreie Getränke.» Diese Beratungsstelle biete auch Plätze im Schatten sowie Aufenthaltsräume, die bei Hitze genutzt werden können. «Der "Lichtblick" stellt zudem zuckerhaltiges Essen für die Obdachlosen zur Verfügung, um den Kreislauf zu stärken.»

Bitburg setzt derzeit mit dem Eifelkreis und den Verbandsgemeinden ein Klimaschutzkonzept für den Eifelkreis Bitburg-Prüm um. Darüber hinaus arbeitet die Stadt einem Sprecher zufolge an einem Klimaanpassungskonzept, das unter anderem das Erfassen kommunaler und größerer privater Grün- und Freiflächen sowie das Reduzieren von Hitzeinseln beinhaltet. Schon abgeschlossen sei etwa ein Ausbau der Innenstadt, zum Beispiel mit einer starken Begrünung und Verschattung sowie der Verwendung von hellem, lichtreflektierendem Pflaster. «Das alles sind Maßnahmen für die ganze Bevölkerung, von denen letztendlich auch Obdachlose profitieren», sagte der Sprecher.

In Kaiserslautern verfügt die Stadt «über seit vielen Jahren bewährte Angebote für Obdachlose», wie die Verwaltung mitteilt. So halte etwa das Caritas Förderzentrum St. Christophorus einen Übernachtungsbereich für Männer und Frauen ab 18 Jahren bereit. Das Haus sei rund um die Uhr geöffnet. Zudem betreibe die Caritas im Auftrag der Stadt eine Tagesstätte. Unabhängig vom Thema Obdachlosigkeit habe Kaiserslautern auf seinem Geoportal «kühle Orte» im Stadtgebiet verzeichnet, wo es sich bei Hitze gut aushalten lasse.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Datum: 30.06.2023
Rubrik: Soziales
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