Parteien: Soziale Medien trotz Einschränkung wichtig für Wahlkampf

Richtlinien für politische Inhalte geändert, was bedeutet das?

Parteien: Soziale Medien trotz Einschränkung wichtig für Wahlkampf

Mainz (dpa/lrs) - Trotz der Reichweiten-Einschränkung politischer Inhalte auf Instagram setzen die rheinland-pfälzischen Parteien beim Wahlkampf weiter auf soziale Medien. Sie spielten im Wahlkampf eine herausragende Rolle, sagte Daniel Reißmann, Sprecher der rheinland-pfälzischen SPD. Dort könnten Inhalt sehr direkt, schnell und persönlich übermittelt werden. «Die Kandidierenden posten unter anderem von Veranstaltungen und nehmen ihre Zielgruppe dadurch praktisch live mit», sagte er. «Dadurch werden eine unglaublich große Nähe und Authentizität hergestellt.»

 

«Wir wollen damit Mitglieder mobilisieren, aber darüber hinaus auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreichen und für unsere Themen interessieren», teilte Stefanie Bach, Pressesprecherin der CDU Rheinland-Pfalz mit. 

 

Vor wenigen Wochen hatte Instagram in Deutschland die Reichweite politischer Inhalte beschränkt. Das heißt: Wer noch Empfehlungen für politische Beiträge erhalten möchte, muss das in seinen persönlichen Einstellungen extra auswählen. Dadurch werde es zunehmend schwerer, eine Zielgruppe zu erreichen, die nicht ohnehin schon politisch interessiert sei, sagte Reißmann. Man habe deshalb auch mit einem Post auf die Änderungen aufmerksam gemacht. Darauf setzt auch die CDU. Außerdem empfehle der CDU-Landesverband den Verbänden insbesondere in Wahlkämpfen, Anzeigen auf Facebook und Instagram für eine größere Reichweite zu nutzen.

 

Die rheinland-pfälzischen Grünen ziehen aus den Änderungen zunächst keine Konsequenzen. «Das hat vorerst keine direkten Auswirkungen auf unseren Wahlkampf, da dieser nur anteilig im Internet stattfindet», teilte eine Sprecherin mit. «Allerdings ist es notwendig, sich neue Strategien zu überlegen, um auch weiterhin eine entsprechende Reichweite zu erzielen.» Es sei wichtiger, Multiplikatoren zu nutzen, um auch Menschen außerhalb der eigenen Community zu erreichen.

 

«Die neuerlichen, allgemeineren Verschärfungen erschweren die Nutzung weiter», hieß es von der AfD. Da die Partei aber sehr breit aufgestellt sei, habe man die Nachteile ausgleichen können. «Wir sehen die Einschränkungen politischer Inhalte auf Instagram kritisch, denn soziale Medien nehmen in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle bei der politischen Meinungsbildung ein», teilte die FDP mit. Bisher sei ein leichter Rückgang bei der Reichweite der Kurzvideos aufgefallen. Veränderungen habe man noch keine vorgenommen. 

Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.

Datum: 29.05.2024
Rubrik: Politik
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