Krematorium: Feuerbestattung ohne Erdgas

Das Rhein-Taunus-Krematorium ermöglicht künftig die Einäscherung ohne Zugabe von Erdgas.

Krematorium: Feuerbestattung ohne Erdgas

Die neue Variante der Einäscherung bietet das Rhein-Taunus-Krematorium ab dem 1. August 2022 unter dem Namen „Feuerbestattung ohne Erdgas“ an. „Für dieses Vorgehen sind zwei unserer acht Einäscherungsanlagen geeignet. Sie sind als Energiesparanlagen ausgelegt“, sagt Karl-Heinz Könsgen, Geschäftsführer des Rhein-Taunus-Krematoriums. Einmal auf Betriebstemperatur speist sich die Feuerbestattung in diesen speziellen Anlagen aus der Energie des Verstorbenen bzw. des Sarges.

Die Herausforderung für das Rhein-Taunus-Krematorium bestand darin, die Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass die Betriebstemperatur der Energiesparanlagen immer auf gleichem Niveau bleibt. Die Digitalisierung der Prozesse konnte dabei helfen, die Arbeitsabläufe anzupassen. Darüber hinaus sollen zwei weitere Einäscherungslinien künftig mit Propangas betrieben werden. Diese aufwendige Umstellung soll noch in diesem Jahr umgesetzt sein.

Unabhängigkeit angestrebt – doch hohe bürokratische Hürden

Im Gegensatz zu Privathaushalten erfolgt die Abrechnung des Erdgases nicht ausschließlich über den tatsächlichen Gesamtverbrauch. Im gewerblichen Bereich werden auch die Verbrauchsspitzen zur Kostenermittlung herangezogen. Daher spart das Unternehmen durch die neue Regelung zwar Erdgas, jedoch kein Geld ein.

Letztendlich bedeutet das Ausrufen der Gas-Vorwarnstufe und der Gas-Alarmstufe durch den Bundeswirtschaftsminister für alle erdgasbetriebenen Krematorien in Deutschland eine hohe Unsicherheit. Deshalb startete das Rhein-Taunus-Krematorium mit Notfallplänen und dem optimierten Einsatz der Energiesparanlagen. Könsgen: „Viele andere Krematorien können aufgrund der Bauweise oder zurückgestellter Investitionen diesen Weg nicht gehen.“

Man wolle genau das tun, was die Politik anregt, sagt Könsgen, nämlich dezentral, flexibel und nachhaltig agieren. „Als Familienunternehmen zählt dazu auch unsere Beteiligung an der Aufforstung des Waldes, soziales Engagement und eine Vielzahl anderer Maßnahmen“. Gerne würde das Krematorium mehr tun, um sich durch Photovoltaik-Anlagen schnell unabhängiger von Strom zu machen, der für die Steuerung der Anlagen und den Bürobetrieb benötigt wird. Dafür könne man in unmittelbarer Nähe eine Photovoltaik-Anlage errichten. Könsgen: „Allerdings treffen hier die Sonntagsreden der Politik und die bürokratische Realität aufeinander“. Da sich das Krematorium – ohne Sicht vom oder auf den Rhein – ganz am Rand des mittleren Rheintals befindet, werde es bis zu einer Baugenehmigung für Sonnenenergie sicherlich noch Jahrzehnte brauchen. „Und diese Zeit haben wir genau genommen nicht“, so Könsgen.

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Datum: 25.07.2022
Rubrik: Soziales
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