Neues Museum informiert über alten Schieferabbau in Kaub

50 Jahre nach der Schließung des letzten Schieferabbaus in Kaub

Neues Museum informiert über alten Schieferabbau in Kaub

Rund 400 Millionen Jahre alt ist Schiefer. Wie er einst am Rhein abgebaut worden ist, zeigt ein neues kleines Museum.

Kaub (dpa/lrs) - 50 Jahre nach der Schließung des letzten Schieferabbaus in Kaub bekommt das Städtchen am Rhein ein Dachschiefer-Bergbau-Museum. Eröffnet werden soll es an diesem Freitag (25. November), wie der erste Vorsitzende des Vereins Kauber Schiefer, Wilfried Radloff, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Das kleine Museum im Welterbe Oberes Mittelrheintal zeige eine einst große Tradition von Kaub: «Im Raum Kaub gab es im 19. Jahrhundert weit mehr als 100 Gruben.» Kauber Schiefer sei wegen seiner besonders guten Qualität weithin bekannt gewesen. Auch französische, niederländische und englische Investoren hätten sich im 19. Jahrhundert hier im Bergbau engagiert, sagt Radloff.

Das kleine Museum in einem Haus, dessen ältesten Teile rund 800 Jahre alt seien, zeige beispielsweise historische Fotos, Öl- und Karbidlampen, Bohrhämmer, Helme, Attrappen von Dynamitstangen sowie Musterdachteile, erklärt der ehemalige Direktor eines Ludwigshafener Gymnasiums. Sein Vater sei der letzte Obersteiger und Betriebsleiter des 1972 geschlossenen Wilhelm-Erbstollens in Kaub gewesen: «Wir haben da in einer Werkswohnung gelebt.»

Jetzt in der dunklen Jahreszeit kann das neue Museum laut Radloff zunächst nur etwa mit Stadtführern oder Mitgliedern des Vereins Kauber Schiefer besucht werden - regelmäßige Öffnungszeiten seien erst von Ostern 2023 an geplant. Der Kauber Stadtbürgermeister Martin Buschfort (Freie Wähler) sagt, neben Weinbau und Rheinschifffahrt sei der Schieferabbau einst die dritte wichtige Möglichkeit zum Geldverdienen in dem Städtchen mit heute rund 850 Einwohnern gewesen. Dass es jetzt ein Museum dazu gebe, sei höchste Zeit, «denn sonst geht diese Tradition verloren».

Längerfristig sei daran gedacht, bei einer einstigen Schiefergrube außerhalb von Kaub ein größeres Museum zu diesem rund 400 Millionen Jahre alten Gestein einzurichten - direkt am vielgenutzten Wanderweg Rheinsteig und vielleicht auch mit einer Grubenbahn, sagt Buschfort. Manche berühmte Baudenkmäler sind bis heute mit Schiefer gedeckt, beispielsweise die Burg Eltz in der Eifel, abgebildet einst auf dem 500-Mark-Schein.

 

"Das Dachschiefer-Bergbau-Museum ist in einem Fachwerkhaus in der Metzgergasse untergebracht, dessen ältester Teil 800 Jahre alt ist. 50 Jahre nach der Schließung des letzten Schieferabbaus in Kaub bekommt das Städtchen am Rhein ein Museum, das historische Fotos, l- und Karbidlampen, Bohrhämmer, Helme, Attrappen von Dynamitstangen sowie Musterdachteile zeigt." Foto: Thomas Frey/dpa 

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Datum: 23.11.2022
Rubrik: Kultur
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