Bundesweiter Warntag: Was passiert wann und warum?

Alle Infos zum heutigen Warntag

Bundesweiter Warntag: Was passiert wann und warum?

Berlin (dpa) - Beim bundesweiten Warntag an diesem Donnerstag wird in Deutschland über verschiedene Kanäle ein Probealarm ausgelöst. Mancherorts könnte es dann richtig laut werden. Mit der Probealarmierung soll getestet werden, wie die Bevölkerung im Fall von Katastrophen oder Kriegsfolgen gewarnt werden kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Warntag: 

Was passiert am Warntag?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) löst eine Warnung aus. Die geht an alle Nutzer von Warn-Apps wie Nina oder Katwarn. Außerdem erhalten Menschen, die moderne Handys verwenden, über das sogenannte Cell Broadcast System eine automatische Benachrichtigung, die von einem lauten Ton angekündigt wird. Gewarnt wird auch in Radio und Fernsehen sowie auf den Informationstafeln der Städte, auf denen sonst beispielsweise Staus angezeigt oder zum vorsichtigen Fahren aufgerufen wird. An vielen Orten werden zusätzlich die Sirenen schrillen. Gewarnt wird ebenfalls bei der Deutschen Bahn. Auch Funkamateure in Niedersachsen wollen mitmachen. Sie wollen zeigen, welchen wichtigen Dienst sie mit ihren batteriebetriebenen Geräten erbringen können, wenn einmal in größeren Gebieten der Strom ausfallen sollte.

Warum wird jetzt schon wieder gewarnt?

Der Bund testet die Warnkanäle einmal pro Jahr, immer am zweiten Donnerstag im September. Im vergangenen Jahr war der bundesweite Warntag allerdings auf den 8. Dezember gelegt worden, weil man mit dem Cell-Broadcast-System noch nicht so weit war. Die Bevölkerungsschützer fanden es damals aber wichtig, dieses erstmals verfügbare Warnmittel bei dem Test auch dabei zu haben.

Was muss ich tun?

Nichts. Wer aber aktiv dazu beitragen will, dass der Test möglichst lebensnah ist, kann zusätzlich Angehörige und Freunde informieren, die vielleicht - etwa weil sie kein Mobiltelefon nutzen - keine Warnung erhalten haben. Außerdem freut sich das BBK über eine Rückmeldung. Das Bundesamt in Bonn will nämlich auch dieses Mal wieder über eine Online-Umfrage herausfinden, wie viele Menschen über welchen Kanal eine Warnung erhalten haben

Um wie viel Uhr wird gewarnt und für wie lange?

Los geht es um 11 Uhr. Da die Sirenen von den Leitstellen der Kommunen ausgelöst werden, kann es jedoch sein, dass die Sirenen an manchen Orten erst etwas später schrillen. Die Entwarnung soll dann um 11.45 Uhr kommen. Über Cell Broadcast wird allerdings keine Entwarnung verschickt.

Warum habe ich beim letzten Warntag keine Sirene gehört?

Sirenen gibt es in Deutschland nicht überall, weil man vielerorts nach dem Ende des Kalten Krieges dachte, die brauche man nicht mehr. Auch weil viele Katastrophenschützer glaubten, Warnungen per Handynetz seien ausreichend. Inzwischen hat da ein Umdenken stattgefunden, weshalb wieder neue Sirenen aufgestellt und alte Sirenen repariert werden. Denn das Handynetz kann lokal ausfallen, etwa wenn Hochwasser Funkmasten zerstört. Die Teilnahme am bundesweiten Warntag ist für Länder und Kommunen freiwillig. Sie können also selbst entscheiden, ob sie auf den Knopf drücken, um die Sirenen auszulösen, wenn die Warnung vom BBK in ihrer Leitstelle ankommt.

Welche Sirenen-Töne gibt es?

Der auf- und abschwellende Heulton bedeutet immer: Vorsicht, Gefahr! Die Entwarnung wird durch einen einminütigen Dauerton angezeigt. Wer im Katastrophen- oder Angriffsfall den Heulton hört, sollte sein Radio oder den Fernseher einschalten, beziehungsweise auf anderen Wegen nach zusätzlichen Informationen suchen. Moderne Sirenen, über die auch Sprachsignale verschickt werden können, sind noch sehr selten. Die Kommunen als Betreiber der Sirenennetze verwenden teilweise für andere Ereignisse zusätzlich eigene Signale, etwa um bei einem Brand die Angehörigen der örtlichen Feuerwehr zusammenzutrommeln. Laut Bevölkerungsschutz-Amt verabschieden sich allerdings immer mehr Kommunen davon, die Sirenen für die Alarmierung der Feuerwehr zu nutzen. BBK-Präsident Ralph Tiesler findet das gut. Er sagt: «Damit ist für die Bevölkerung dann klar, dass es um eine Warnung geht, wenn sie den Sirenenton hören.»

Wovor wird eigentlich im Ernstfall gewarnt?

Vor einem plötzlich eintretenden Ereignis. Solche Ereignisse können Unwetter, Feuer, Flut oder ein militärischer Angriff sein.

Bei welchen Handys funktioniert die Warnung per Cell Broadcast? 

Cell Broadcast funktioniert bei modernen Handys, die angeschaltet sind, sofern sie weder im Funkloch noch im Flugmodus sind. Außerdem sollten die Handynutzer notwendige Updates gemacht haben. Wenn Nutzerinnen und Nutzer die Standortermittlung an ihrem Handy ausgestellt haben, ist das dagegen kein Problem. Die Warnung sollte sie in diesem Fall trotzdem erreichen. Im vergangenen Jahr ergab die Umfrage zum Warntag eine Abdeckungsrate bei Cell Broadcast von 53 Prozent. «Man kann zwar vermuten, dass inzwischen mehr Menschen ein Handy haben, das per Cell Broadcast angesteuert werden kann», sagt Tiesler. Gleichzeitig schränkt er ein: Da niemand wissen könne, wie viele Nutzer zum Zeitpunkt der Warnung ihre Geräte ausgeschaltet hätten oder im Funkloch steckten, wolle er keine Prognose wagen, dass der Anteil diesmal höher sei.

Wie oft wird Cell Broadcast außerhalb des Warntags genutzt?

Nach dem Ende der Testphase wurde Cell Broadcast Ende Februar 2023 Teil des regulären Warnmittel-Mixes. Wie die «Rheinische Post» unter Berufung auf das BBK berichtet, wurden bis Mitte September 194 Warnungen oder Warnungsaktualisierungen über diesen Kanal
gesendet. Das waren fast ausschließlich Warnungen aus den
Zuständigkeitsbereichen der Länder. In zwei weiteren
Fällen handelte es sich um Warnungen des Deutschen
Wetterdienstes zu lokalen Wetterereignissen.

Was hat das BBK nach dem letzten Warntag verbessert?

«Als Lektion aus dem letzten Warntag haben wir mitgenommen, dass wir dafür sorgen müssen, dass der Server nicht überlastet ist, wenn zur gleichen Zeit sehr viele Menschen den Link mit Informationen anklicken, den wir mit der Warnung in Cell Broadcast verschicken», sagt der BBK-Chef.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

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Datum: 14.09.2023
Rubrik: Gesellschaft
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