
Prozess um einen rassistischen Brandanschlag
Erster Zeuge im Beihilfe-Prozess um tödlichen Brandanschlag sagt aus
Koblenz/Saarlouis (dpa/lrs) - Im Prozess um einen rassistischen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis vor mehr als 32 Jahren soll am Montag (9.30 Uhr) als erster Zeuge ein Polizeikommissar aussagen. Seit vergangenem Dienstag muss sich ein 54 Jahre alter Deutscher vor dem Oberlandesgericht Koblenz wegen Beihilfe zum Mord und Beihilfe zum versuchten Mord in 20 Fällen verantworten.
Er soll laut Bundesanwaltschaft damals ein Anführer in der Skinhead-Szene in Saarlouis gewesen sein und am Abend vor dem Brand bei einer Unterhaltung über andere Anschläge gesagt haben: «Hier müsste auch mal so was brennen oder passieren.» Ein damaliger Bekannter sei, so die Anklage, davon beeinflusst und bestärkt worden und habe später den Brand gelegt. Dabei starb der damals 27-jährige Asylbewerber Samuel Yeboah aus dem westafrikanischen Ghana.
Das Oberlandesgericht hatte im vergangenen Jahr einen 52 Jahre alten Deutschen für den Brandanschlag unter anderem wegen Mordes verurteilt. Er habe das Feuer aus rassistischer Gesinnung gelegt, hieß es. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.
«Mein Mandant hat es immer bestritten, dass er Brandanschläge auf Asylbewerberunterkünfte gutheißt», hatte sein Verteidiger nach dem Prozessauftakt gesagt. «Er hat, ehrlich gesprochen, keine Erinnerungen mehr an die konkreten Vorgänge vor über 30 Jahren in der Gaststätte, in der es ein alkoholgeschwängertes Gespräch zwischen mehreren Personen gab. Er schließt aber aus, dass er das in irgendeiner Weise forciert hat.» Bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
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