
Spatenstich des Projekts SmartQuart
Wasserstoff für die klimaneutrale Energieversorgung in Kaisersesch
Wie kann Wasserstoff dazu beitragen, die Energiewende im ländlichen Raum zu gestalten? Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet der grüne Energieträger? Und ist er eine echte Alternative für den Antrieb im ÖPNV? Diese und weitere Fragen soll das Wasserstoffquartier in der Verbandsgemeinde Kaisersesch beantworten. Am Dienstag trafen sich Bürgermeister Albert Jung und Karl-Heinz Berg, Erster Beigeordneter der Stadt Kaisersesch, gemeinsam mit Dr. Stefan Küppers, Technikvorstand Westenergie AG und den Projektverantwortlichen zum symbolischen Spatenstich, wie die Verbandsgemeinde Kaisersesch mitteilt.
„Ich bin stolz auf unsere Verbandsgemeinde, dass hier das Wasserstoffquartier als Teil von SmartQuart entsteht. Wir nehmen damit eine Vorbildrolle für innovative, klimaneutrale Quartiere in ganz Deutschland ein und tragen dazu bei, Rheinland-Pfalz als modernen und umweltfreundlichen Energie- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Unser Quartier setzt neue Maßstäbe für den Strukturwandel und die Wertschöpfung in unserer Region“, sagt Albert Jung. „Ich freue mich, dass nach vielen Jahren nun mit SmartQuart das Wasserstoffprojekt hier in Kaisersesch wieder in den Fokus rückt und weiter vorangetrieben wird“, ergänzt Karl-Heinz Berg.
Die große Bedeutung von Wasserstoff betont auch Dr. Stefan Küppers: „Wasserstoff ist die Zukunft. Als nachhaltiger Energieträger steht er im Zentrum von Strukturwandel, Energiewende und Klimaschutz. Hier in Kaisersesch machen wir Erfahrungen mit der Wasserstoffversorgung unter realen Bedingungen. Und: Wir vernetzen Kaisersesch mit den Quartieren Bedburg und Essen. Im Verbund dieser drei unterschiedlichen Quartiere können wir zeigen, wie Energie bilanziell untereinander ausgetauscht und noch effizienter genutzt werden kann.“
Das Quartier Kaisersesch ist mit einem Investitionsvolumen von über 8 Millionen Euro Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projekts SmartQuart. In Kaisersesch wird ein wasserstoffbasiertes Microgrid aufgebaut, das die gesamte Wertschöpfungskette des Energieträgers zeigt – von der Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung bis zur Nutzung durch die Endverbraucher in den Sektoren Wärme, Strom, Mobilität und Industrie. „Durch eine neuartige Kopplung von Elektrolyse, kommunalem Klärwerk, Wärme- und Stromverbrauchern sowie Mobilitätsanwendung werden wir erneuerbare Energien über Wasserstoff in das Energiesystem integrieren. In enger Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und den Partnern vor Ort bringen wir unsere jahrzehntelange Erfahrung aus dem Betrieb von Strom und Gasnetzen nun in den Betrieb von Wasserstoffnetzen ein“, sagt Tom Schulte, der das Quartier Kaisersesch zusammen mit Mirko Gronert leitet. Beide sind von der Westnetz GmbH, einem Netzbetreiber des Konsortialführers E.ON SE.
Landrat Manfred Schnur betont die Relevanz von SmartQuart für seinen Landkreis Cochem-Zell: „Die Energiewelt von morgen braucht intelligente und flexible Lösungen auf lokaler Ebene. Dabei ist grüner Wasserstoff eine weitere Alternative. Smart Quart zeigt eindrucksvoll, wie dies im Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell gelingen kann“.
Bild: VG Kaisersesch
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