
Traumjob trotz Gefahr: Zwei Polizeianwärterinnen erzählen
Die tödlichen Schüsse auf einen Polizisten im Saarland zeigen auch, wie gefährlich der Beruf ist. Zwei Studierende aus Rheinland-Pfalz schreckt das nicht.
Speyer (dpa/lrs) -
Der Polizeiberuf ist für Jennifer Greb und Eva Geisbüsch ein Traumjob. «Ich wollte schon immer Polizistin werden und zur Schutzpolizei», sagt Bachelor-Studentin Geisbüsch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Für mich ist es ein Kindheitstraum, seit ich zehn Jahre alt bin», berichtet Greb. «Ich wollte nie irgendwo den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, sondern raus, mich bewegen und Menschen helfen.»
Die Vereidigung als Polizeianwärterinnen in Speyer an diesem Freitag ist für die beiden jungen Frauen ein «sehr bedeutender Tag». «Der Tag bringt für mich noch mal zum Ausdruck, welch toller Beruf das ist und mit welchem Stolz man den machen darf», sagt die 36 Jahre alte Geisbüsch. «Es ist auch das erste Mal, dass man in Uniform in der Öffentlichkeit zu sehen ist.»
Eva Geisbüsch (36) will gerne als Schutzpolizistin im Schichtdienst arbeiten. | Uwe Anspach/dpa
Jeder Tag ist anders
Was reizt sie an dem Beruf? «Die Vielfältigkeit der Aufgaben und die Vielfältigkeit der Bereiche der Polizei. Man weiß nie, welche Ereignisse einem der Tag bietet», sagt Geisbüsch, die sich auf den Schichtdienst als Schutzpolizistin freut. Die Teamfähigkeit ist ihr besonders wichtig. «Sich gegenseitig unterstützen und füreinander einstehen.»
Greb schätzt schon das dreijährige Studium mit dem starken Praxisbezug. «Das ist nicht wie ein Wirtschafts- oder Psychologiestudium, bei dem man erst danach über den Beruf nachdenkt. Wir gehören schon seit Tag eins zur Polizeifamilie», sagt die 21-Jährige.
Die 21-jährige Jennifer Greb wusste schon mit zehn Jahren, dass sie Polizistin werden will. | Uwe Anspach/dpa
«Ich wünsche mir, dass mehr Menschen auf die Polizei zugehen»
«Die Abwechslung im Alltag, der Kontakt mit den Menschen und dass man als Hilfsperson dient», beschreibt Greb, was ihr am Polizeiberuf so gefällt. «Ich wünsche mir, dass die Menschen mehr auf die Polizei zugehen und um Hilfe bitten», sagt sie. Dies werde seltener, auch weil mancher Bürger seinen Ärger über die Politik an der Polizei auslasse.
Angst vor verbalen oder gar körperlichen Angriffen haben die beiden Frauen nicht. Sie fühlen sich gut auf solche Situationen vorbereitet. «Messerangriffe haben wir schon sehr oft geübt», sagt Greb nach knapp einem von drei Jahren Studium. «Wir sind gut darauf vorbereitet, wie wir uns bei Angriffen verhalten sollen.» Es gebe auch spezifische Trainings für Frauen, weil Männer ihnen ja körperlich überlegen seien.
Trauer nach der Tat im Saarland
Die tödlichen Schüsse eines 18 Jahre alten mutmaßlichen Tankstellenräubers auf einen Polizisten im saarländischen Völklingen machen die beiden Frauen traurig - aber nicht ängstlich. Die Ereignisse beschäftigten sie, und sie denke auch über den Ablauf des Einsatzes nach, sagt Geisbüsch. «Es stärkt mich aber persönlich eher, an dem Beruf dranzubleiben».
«Mir tut das schrecklich Leid, dass so etwas passiert», sagt Greb. Dass der Beruf gefährlich ist, sei ihr aber bewusst. Schon seit sie 14 oder 15 Jahre alt sei, habe ihre Familie sie immer darauf hingewiesen. Die Polizei entwickle sich und ihre Verhaltensweisen nach solch schlimmen Ereignissen auch immer weiter.
dpa
Bild: Für Jennifer Greb und Eva Geisbüsch ist der Polizeiberuf ihr Traumjob. | Uwe Anspach/dpa
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