Pistorius: Beim Bundeswehrbeschaffungsamt «Fesseln abwerfen»

 

Pistorius: Beim Bundeswehrbeschaffungsamt «Fesseln abwerfen»

Schneller und agiler sollen die Abläufe im Amt werden. Das fordert der Verteidigungsminister auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg - und will es nicht als Kritik an den Mitarbeitern verstanden wissen.

Koblenz (dpa) -

Für Verteidigungsminister Boris Pistorius müssen die Abläufe im Bundeswehrbeschaffungsamt schneller werden. Das sei aber keine Kritik am Amt, betonte der SPD-Politiker nach einem Besuch dort in Koblenz. Dass es das Bundeswehrbeschaffungsamt geschafft habe, das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro zusätzlich zu laufenden Etats zu managen, sei «eine wahnsinnige Kraftanstrengung».

«Jetzt geht es aber in Zukunft darum, dass jedes Jahr dreistellige Milliardenbeträge umgesetzt werden müssen», sagte Pistorius. «Um das zu können, müssen wir agiler, innovativer und schneller werden.» Dabei gehe es nicht um die Arbeit einzelner Mitarbeiter, sondern um Prozesse und Abläufe. «Wir müssen Fesseln abwerfen, wir müssen Behinderungen lösen, wir müssen Bremsen lösen», sagte der Verteidigungsminister.

Bundeswehrbeschaffungsamt zukunftsfest machen

Seiner Ansicht nach steigen die Anforderungen weiter. «Wir werden für die steigende Zahl an Soldatinnen und Soldaten mehr beschaffen müssen und dafür auch mehr Systeme in der Nutzung haben, logischerweise. Hinzu kommen immer schnellere Innovationszyklen.» Für Drohnen lägen diese etwa inzwischen bei nur sechs bis zwölf Wochen. Man wolle das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, wie das Haus offiziell heißt, zukunftsfest machen, betonte der Minister.

Der Besuch von Pistorius fand einen Tag vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine statt. Der SPD-Politiker sprach in Koblenz mit der Leitung des Amtes und rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Danach stellte sich der Minister demonstrativ hinter den Standort und das Beschaffungsamt. «In Koblenz wird Großartiges geleistet, allen Unkenrufen der Jahre davor zum Trotz.»

dpa

Bild: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat das Amt in Koblenz besucht. (Archivbild) | Marijan Murat/dpa

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Datum: 23.02.2026
Rubrik: Lokales
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