Nach dem Frost klaffen Schlaglöcher auf maroden Straßen

 

Nach dem Frost klaffen Schlaglöcher auf maroden Straßen

Insbesondere die Straßen, die in Rheinland-Pfalz ohnehin schon in schlechtem Zustand sind, haben unter dem Wechsel aus Frost- und Tauwetter gelitten. Nimmt die Zahl der Schlaglöcher zu?

Mainz (dpa/lrs) -

 Nach dem frost- und schneereichen Winter müssen in Hessen mehr Schlaglöcher auf den Straßen repariert werden als im Vorjahr. «Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr umfangreichere Sanierungsmaßnahmen durchführen müssen», teilte der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz mit. In diesem Winter seien von Oktober 2025 bis Februar dieses Jahres bereits rund 25.000 mehr Schlaglöcher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres beseitigt worden. 

2025 mussten die Straßenmeistereien, die sich um Landes-, Bundes- und Kreisstraßen kümmern, 14 Prozent weniger Schlaglöcher als 2024 flicken - insgesamt rund 271.700. 2024 waren es mit 314.100 noch deutlich mehr. 

In großen Städten und auf Autobahnen in Rheinland-Pfalz zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Stadtverwaltungen in Trier und Kaiserslautern mehr Schlaglöcher als im Vorjahr zählen, bleibt deren Anzahl auf Autobahnen und im Stadtgebiet von Koblenz etwa gleich. Das teilten die Autobahngesellschaft des Bundes und die Stadtverwaltungen auf Anfrage mit. 

Schlaglöcher können für Autofahrer zum Risiko werden. (Symbolbild)

Schlaglöcher können für Autofahrer zum Risiko werden. (Symbolbild) | Michael Brandt/dpa

Was sind die Ursachen für Schlaglöcher?

Neben dem Wechsel von Frost- und Tauwetter begünstigen Streusalz und Regenwasser Schlaglöcher auf Fahrbahnen, die ohnehin schon rissig sind, wie eine Sprecherin des Landesbetriebs Mobilität erklärte. Wasser könne in feine Risse und Fugen eindringen, sodass sich diese bei Frost weiteten, erklärte eine Sprecherin der Autobahngesellschaft. Die Kombination aus Tauwetter, Regen und viel Verkehr könne dann zu Aufbrüchen der Fahrbahn führen.

Die Stadt Trier macht für neue Schlaglöcher auch in Abschnitten, die bisher unauffällig waren, eine sanierungsbedürftige Infrastruktur verantwortlich. Dazu komme mehr zunehmende Schwerlastverkehr. Es seien besonders Straßen betroffen, die nicht ausreichend ausgebaut worden seien. An besonders stark befahrenen Straßen müssten mehrmals pro Jahr Schlaglöcher ausgebessert werden, hieß es von den Verwaltungen in Koblenz und in Kaiserslautern. 

Tempo-Limits auf Autobahnen wegen Straßenschäden

Auf den Autobahnen in Rheinland-Pfalz gebe es nur vereinzelt Fahrbahnschäden wegen winterlicher Witterungsverhältnisse, teilte die Autobahngesellschaft mit. Die Schäden auf den betroffenen Strecken wie der A6, A61, A63 und A65 seien mit denen in den vergangenen Jahren vergleichbar. Lediglich auf der A61 bei Schifferstadt gebe es wegen des frostigen und regnerischen Winterwetters mehr Fahrbahnschäden als im Vorjahr. 

Bis Schlaglöcher ausgebessert sind, kann die Höchstgeschwindigkeit auf Straßen vorübergehend begrenzt werden. Auf der A6 zwischen Kaiserslautern-West und dem Autobahndreieck Kaiserslautern dürfen laut der Autobahn GmbH Autofahrer momentan nur 80 Kilometer pro Stunde fahren, auf der A63 in Richtung Mainz gilt auf einigen Abschnitten maximal Tempo 100. 

Die Behörden bessern Schlaglöcher aus, um Schäden an Autos vorzubeugen. (Symbolbild)

Die Behörden bessern Schlaglöcher aus, um Schäden an Autos vorzubeugen. (Symbolbild) | Michael Brandt/dpa

Werden alle Schlaglöcher repariert? 

Der Bund, das Land sowie die Landkreise seien für die Verkehrssicherheit der überregionalen Straßen verantwortlich und müssten gefährliche Straßenschäden reparieren, hieß es vom Landesbetrieb Mobilität. In Stadtgebieten sind die Kommunen zuständig. Streckenkontrollteams spüren Schlaglöcher auf, auch Hinweise von Bürgern kommen immer wieder. 

Momentan werden Schlaglöcher laut Landesbetrieb provisorisch mit Kaltasphalt verfüllt und Warnschilder aufgestellt, weil sich Schäden bei gefrorenem Boden und Nässe nur oberflächlich reparieren lassen. Nachhaltiger als Kaltasphalt sei das Herausstemmen oder Herausfräsen und anschließende Verfüllen mit Heißasphalt, erklärte die Stadt Koblenz. 

Würden die Schäden großflächiger, werde die gesamte Fahrbahndecke erneuert. Solche größeren Sanierungen hingen von der Haushaltslage ab. Ausbesserungen, die für die Verkehrssicherheit wichtig seien, liefen unabhängig davon. 

Die Stadt Trier etwa gab im gesamten Jahr 2025 rund 47.000 Euro für Kaltasphalt aus - in den ersten Monaten dieses Jahres war es mit etwa 54.000 Euro bereits mehr als im ganzen Vorjahr.

dpa

Bild: Wenn Wasser bei frostigen Temperaturen in feine Risse eindringt, können Schlaglöcher entstehen. (Symbolbild) | Michael Brandt/dpa

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Datum: 24.02.2026
Rubrik: Lokales
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