
Das tun die Kommunen gegen den Eichenprozessionsspinner
Die Raupen sind mittlerweile in Rheinland-Pfalz weit verbreitet und können mehr sein als nur Plagegeister. Städte setzen auf verschiedene Methoden gegen die Ausbreitung.
Mainz (dpa/lrs) -
In den vergangenen Jahren hat sich der Eichenprozessionsspinner auch in Rheinland-Pfalz ausgebreitet. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums betrifft das vor allem die Bereiche rund um das Neuwieder Becken, den Hunsrück, Teile des Pfälzer Waldes und die Rheinebene.
Die Ausbreitung ist auch für Menschen ein Problem: Die feinen Brennhaare des Insekts können starke allergische Reaktionen hervorrufen, werden ab dem dritten Larvenstadium gebildet, brechen leicht ab und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Welche Maßnahmen ergreifen die Städte in dieser Saison, um den Schädling zu bekämpfen?
Kontrollieren und Absaugen
In Mainz werden Nester des Eichenprozessionsspinners in Gebieten, «in denen eine Gefährdung für Personen entstehen kann» von einer Fachfirma abgesaugt und entsorgt, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Sollten sich die Population des Eichenprozessionsspinners in einzelnen Bereichen stark entwickeln, warnt die Stadt über Beschilderung.
Nach Angaben des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz ist im vergangenen Jahr an 185 der 1.614 Eichen in Koblenz ein Befall durch den Eichenprozessionsspinner festgestellt worden – sowohl an Straßen als auch in Grünanlagen. Vor dem dritten Häutungsstadium der Raupen werden die Eichen von Baumkontrolleuren überprüft. Gefundene Nester und Raupen werden anschließend abgesaugt.
In Kaiserslautern werden der Stadt zufolge rund 1.800 Eichen zwischen April und Mai mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis besprüht. Auch hier werden Nester durch Fachpersonal entfernt.

Wer den Raupen zu nahe kommt, riskiert allergische Reaktionen. (Archivbild) | Pia Bayer/dpa
Natürliche Feinde anlocken
In Trier beginnt das Monitoring zur Verbreitung des Eichenprozessionsspinners zwischen Ende April und Mai, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Danach folgt das Absaugen der Bäume mit Hilfe von Spezialstaubsaugern. Auf eine chemische Bekämpfung verzichtet die Stadt nach eigenen Angaben zum Schutz anderer in den Bäumen lebender Insekten.
Stattdessen wurden in Trier in den vergangenen Jahren mehr als 3.000 Nisthilfen für verschiedene Vogelarten aufgehängt, um so die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners zu vermehren. Auch pflanzt die Stadt laut einer Sprecherin primär Eichenarten aus Südwesteuropa und Amerika, da diese deutlich weniger von dem Schädling befallen werden.
Fallenstellen
In Worms ist der Eichenprozessionsspinner vor allem im Stadtpark und dem angrenzenden Stadtwald verbreitet, wie die Pressestelle der Stadt mitteilte. Die Eichen in der Stadt werden in der Regel ab Anfang mit Mai mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis besprüht.
Außerdem werden nach Angaben der Stadt seit ein paar Jahren zunehmend Fallen verwendet. Diese Manschetten aus Kunststoff mit einem Auffangbehälter werden um die Baumstämme gewickelt. Bei der nächtlichen «Prozession» der Raupen entlang des Stammes stoßen sie auf das Hindernis und werden in einen Behälter geleitet, aus dem sie nicht mehr entkommen können.
Neben den Städten geht auch der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) nach eigenen Angaben «gezielt und lageabhängig» gegen den Eichenprozessionsspinner vor. Dabei werden einem Sprecher zufolge ausschließlich Gebiete berücksichtigt, in denen eine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung besteht, wie beispielsweise Geh- und Radwege oder Parkplätze.
Zur Bekämpfung setzt der LBM ein biologisches Verfahren mittels Nematoden, kleinen Fadenwürmern, ein. Ein Gemisch aus Nematoden, Wasser und Alkohol wird dabei gezielt auf die befallenen Bäume appliziert.
dpa
Bild: Auch in diesem Jahr bekämpfen Kommunen in Rheinland-Pfalz den Eichenprozessionsspinner. (Archivbild) | Patrick Pleul/ZB/dpa
Regionale Nachrichten, Reportagen und Portraits aus dem Mittelrhein-Gebiet.















































