
Königsdörffers Jubel in Hamburg: Zeichen gegen Beleidigungen
Bei seiner Rückkehr ins Hamburger Volksparkstadion als Spieler des FSV Mainz 05 trifft Königsdörffer zum 5:0-Endstand gegen den HSV. Mit seinem Jubel provoziert er. Jetzt erklärt er seine Beweggründe.
Mainz/Hamburg (dpa) -
Ransford Königsdörffer hat seinen umstrittenen Torjubel im Bundesliga-Spiel seines neuen Clubs FSV Mainz 05 beim Hamburger SV mit Beleidigungen aus seiner Zeit als HSV-Spieler begründet. «Ich hatte zuvor ein wenig überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Ich wollte es auch davon abhängig machen, ob gegen mich gepfiffen wird», sagte der ghanaische Fußball-Nationalspieler im Interview mit der «Allgemeine Zeitung» aus Mainz.
Hauptgrund sei aber gewesen, «dass ich ein Jahr lang wöchentlich bis täglich Nachrichten erhalten habe, in denen mir der Tod gewünscht wurde oder jede denkbare Verletzung», erklärte er weiter. Es seien rassistische Beleidigungen dabei gewesen, «Beleidigungen gegen meinen Cousin, der gestorben ist, gegen meine Eltern. Das war dann einfach auch eine Reaktion darauf.» Die Beleidigungen seien alle über Social Medien gekommen.
Erst getroffen, dann provoziert
Königsdörffer hatte am vergangenen Sonntag bei seiner Rückkehr ins Volksparkstadion den Treffer zum 5:0-Endstand erzielt und anschließend provokant Richtung HSV-Fans gejubelt. Bei seiner Einwechselung in der 68. Minute hatte es schon Pfiffe gegen ihn gegeben.
«Vielleicht gibt es auch andere Mittel, das zu lösen», sagte der 24-Jährige über seine Gesten. «Aber ich glaube, dass die Leute, die so etwas schreiben, es einfach nicht anders verstehen - und deshalb habe ich auf diese Art und Weise gejubelt.»
Keine Aktion gegen Ultras, Vereinsführung oder Mannschaft
Der Stürmer betonte, seine Aktion sei weder gegen die Nordtribüne mit den Ultras noch gegen irgendjemand aus der Vereinsführung, vom Staff oder von den Spielern gemeint. «Denn die habe ich alle sehr gern. Ich habe auch schon öfter erwähnt, dass ich mich sehr wohlgefühlt habe beim HSV», meinte der gebürtige Berliner. «Aber ich bin ein Jahr lang durchgehend beleidigt worden und wollte einfach zum Ausdruck bringen, dass ich mir das nicht gefallen lasse.»

Hatte in der vergangenen Saison beim HSV eine schwierige Zeit: Ransford Königsdörffer. (Archivbild) | Florian Wiegand/dpa
Königsdörffer war im Sommer nach vier Jahren in Hamburg ablösefrei nach Mainz gewechselt. Er war 2025 am Aufstieg maßgeblich beteiligt und half mit, dass der HSV in der vergangenen Saison in der Liga blieb. Vor dem Spiel am vergangenen Sonntag hatte er noch ein Abschiedsgeschenk vom HSV erhalten.
dpa
Bild: Berichtet über Beleidigungen in den sozialen Medien: Neu-Mainzer Ransford Königsdörffer (M). (Archivbild) | Robert Michael/dpa
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