Sicherheitsindustrie sucht Partner - Treffen in Mainz

 

Sicherheitsindustrie sucht Partner - Treffen in Mainz

Ein Netzwerk soll in Rheinland-Pfalz Bundeswehr und Sicherheitsbranche zusammenbringen mit anderen Branchen und Wissenschaft. Um was es dabei geht.

Mainz (dpa/lrs) -

Zum zweiten Mal haben sich in Rheinland-Pfalz Vertreter aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie von der Bundeswehr mit Unternehmern und Forschenden getroffen und über mögliche Kooperationen gesprochen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums kamen rund 300 Teilnehmer bei der Veranstaltung des sogenannten Netzwerks für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI-Hub) in Mainz zusammen.

Rheinland-Pfalz sei wegen seiner zahlreichen Standorte von Bundeswehr und US-Armee in früheren Jahren als «Flugzeugträger der Nato» bezeichnet worden, sagte Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD). Das sei eher eine passive Rolle des Landes gewesen. Angesichts der veränderten Weltlage und großer Investitionen in die Verteidigung wolle es eine aktive Rolle spielen. 

Minister erhofft sich Dynamisierung

Genau hier soll der schon unter der Ampelregierung entstandene SVI-Hub ansetzen. Er soll die Rüstungsbranche mit Firmen aus ganz anderen Branchen sowie mit Start-ups und Wissenschaftlern zusammenbringen, auch einen Austausch dazu bringen, welche besonderen Anforderungen etwa eine Kooperation mit der Bundeswehr mit sich bringt. Die Anforderungen seien höher, aber auch nicht unüberwindbar, sagte Ebling. 

Es gehe darum, die mit steigenden Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung verbundenen Chancen für die rheinland-pfälzische Wirtschaft zu nutzen, sagt Wirtschaftsminister Ebling. (Archivfoto)

Es gehe darum, die mit steigenden Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung verbundenen Chancen für die rheinland-pfälzische Wirtschaft zu nutzen, sagt Wirtschaftsminister Ebling. (Archivfoto) | Thomas Frey/dpa

Der Hub solle auch eine Dynamisierung bringen, damit Ideen künftig schneller entwickelt werden könnten. Das viele Geld, das derzeit in Sicherheit und Verteidigung gesteckt werde, sei für die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz, gerade auch für die vielen Mittelständler, eine große Chance. 

Der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz der Bundeswehr, Oberst Michael Trautermann, sagte, die zivil-militärische Zusammenarbeit habe sich verändert. Früher sei es eher darum gegangen, dass die Streitkräfte in Krisensituationen unterstützen, wie das beispielsweise nach der Ahrflut geschehen sei. Das werde sich umdrehen, sagte Trautermann. 

Veränderte zivil-militärische Zusamenarbeit 

Die Bundeswehr habe im Ernstfall große logistische Aufgaben für die Nato zu bewältigen. Dann müssten viele Tausende Militärfahrzeuge und Soldaten etwa durch Deutschland und Rheinland-Pfalz an eine Ostflanke gebracht werden. Dafür werde die Bundeswehr Unterstützung von ziviler Seite benötigen. Dann brauche es längst nicht nur Hightech, sondern auch ganz profane Dinge wie militärische Rastanlagen mit Zäunen und mobilen Toiletten. 

Wichtig für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sind Kompetenzen etwa in der Robotik, Sensorik oder bei der Künstlichen Intelligenz (KI). Ein wichtiger Akteur ist etwa der Lastwagenhersteller Daimler Truck mit seinem großen Werk in Wörth. Der kooperiere etwa eng mit einer Reihe von Drohnenherstellern, erläuterte Aaron Skudlarek, Referent für Industrie im Wirtschaftsministerium. 

Rüstungskonzerne brauchen auch externe Produktionskapazitäten

Bei dem Treffen in Mainz dabei waren auch Vertreter des europäischen Rüstungskonzerns MBDA, der seine Produktion nach eigenen Angaben von 2023 bis 2025 verdoppelt und 2026 um weitere 40 Prozent gesteigert hat. Guido Brendler aus dem Vorstand von MBDA Deutschland sagte, Unternehmen wie seines bräuchten neue Partner. 

Um auch in Krisensituationen resilient zu bleiben, müsse man auf eine Vielzahl von Zulieferern einzelner Komponenten zurückgreifen können. Auch Skalierbarkeit sei ein großes Thema, wenn also Produktion in größerem Stil ausgeweitet wird. MBDA etwa suche Partner, die Produktionskapazitäten übernehmen könnten, erläuterte Brendler.

dpa

Bild: Der Rüstungskonzern MBDA zeigt sich auf großen Branchenmessen, auch bei dem Treffen in Mainz saß er mit am Tisch. (Archivfoto) | Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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Datum: 17.09.2026
Rubrik: Lokales
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