
Metall-Arbeitgeber: Forderung nach 5 Prozent unrealistisch
Zum Auftakt der Metall-Tarifverhandlungen im Gebiet Mitte tauschen Gewerkschaft und Arbeitgeber ihre Standpunkte aus. Die wirtschaftliche Lage wird dabei ganz unterschiedlich beurteilt.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) -
Zum Auftakt der regionalen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent mehr Geld strikt zurückgewiesen. Sie stamme aus längst vergangenen, besseren Zeiten und sei «völlig unrealistisch», erklärte der Verhandlungsführer und Opel-Arbeitsdirektor Ralph Wangemann nach ersten Gesprächen für das Tarifgebiet Mitte aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
Eine Umsetzung würde die aktuelle Wettbewerbs- und Investitionskrise der Unternehmen noch deutlich weiter verschärfen und massiv Beschäftigung gefährden, führte der Arbeitgebervertreter laut einer Mitteilung weiter aus. Er verwies auf das drohende dritte Rezessionsjahr in Folge und den bundesweiten Verlust von rund 350.000 Industrie-Arbeitsplätzen seit 2018. Ein neuer Tarifabschluss müsse Kosten senken und den Standort stärken.
IG Metall sieht Aufhellung
Die IG Metall schätzt die ökonomische Situation optimistischer ein. Trotz einer schwierigen geopolitischen Situation hätten die Auftragseingänge zugenommen und sich das leichte Wachstum stabilisiert. Allerdings bleibe der private Konsum weiterhin schwach. Bezirkschef Jörg Köhlinger fordert: «Anstatt unausgegorener Vorschläge vonseiten der Politik und massiver Angriffe der Arbeitgeber auf die Arbeits- und Leistungsbedingungen brauchen die Leute mehr Geld und eine nachhaltige Perspektive.»
Wie in den anderen Tarifgebieten auch verlangt die Gewerkschaft für die rund 360.000 Beschäftigten in Mitte 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Sie will zudem über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln und in besonders florierenden Unternehmen die Beschäftigten am Gewinn beteiligen.
Vor den Gesprächen demonstrierten rund 600 Gewerkschaftsmitglieder für ihre Forderungen. Eine zweite Verhandlungsrunde soll am 28. Oktober stattfinden und liegt damit noch innerhalb der Friedenspflicht. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.
dpa
Bild: Die Trillerpfeifen liegen schon bereit: Ab November könnten in der Metall- und Elektroindustrie Warnstreiks starten. (Symbolbild) | Matthias Bein/dpa
Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.















































