Kinderschutzbund schlägt Alarm - mehr Cybergrooming-Fälle

 

Kinderschutzbund schlägt Alarm - mehr Cybergrooming-Fälle

Es geht um sexuelle Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche im Internet. Viele Opfer schweigen, sagt der Verband und erklärt typische Maschen.

Mainz (dpa/lrs) -

Der Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz warnt vor einer steigenden Zahl an Fällen von Cybergrooming. Von sexuellen Übergriffen im Internet betroffene Kinder oder Jugendliche schwiegen häufig, sagte Vorstandsmitglied Joachim Türk in Mainz. Einige glaubten nicht, dass ihnen die Eltern helfen könnten, andere hätten Angst, ihr Smartphone zu verlieren. 

Neben sozialen Netzwerken seien etwa Computerspiele «Einfallstore» für Cybergrooming. Dort nähmen Täter über Chats Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen auf, es würden Dinge versprochen oder geschenkt, später werde eine Gegenleistung dafür verlangt, sagte Türk. Bandenmäßig organisierte Gruppen sprächen Kinder an, setzen sie unter Druck. «Die Kinder sind wirklich in einer Notlage.»

KI macht Opfer erpressbarer

Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) seien Opfer noch leichter erpressbar, sagte Türk - etwa durch Deepfakes, also künstlich erstellte oder technisch veränderte Bilder und Videos mit Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. 

Angesichts dieser Entwicklung sei es wichtig, schon im frühkindlichen Bereich dieses Thema anzugehen. Im Grunde müsse, wie auch von der von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingesetzten Expertenkommission «Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt» empfohlen, von Geburt an mit Eltern gearbeitet und klargemacht werden, «was da abgeht».

dpa

Bild: Cybergrooming kann mit einem vermeintlich harmlosen Kontakt in sozialen Medien, einem Chat oder per WhatsApp anfangen. (Symbolfoto) | Elisa Schu/dpa

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Datum: 27.10.2026
Rubrik: Lokales
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