So laufen die Weihnachtsvorbereitungen im Land

 

So laufen die Weihnachtsvorbereitungen im Land

Schokolade zum Nikolaus, ein Weihnachtsbaum an Heiligabend und ein Lebkuchen zum Kaffee: Damit das in knapp vier Monaten möglich ist, arbeiten schon viele Menschen im Land an Weihnachtsprodukten.

Mainz (dpa/lrs) -

Der Sommer ist noch nicht ganz vorbei, da steht schon der erste Lebkuchen in den Supermarktregalen. Doch die Menschen in den Lebkuchenbäckereien, in der Schokoladenproduktion und bei der Tannenbaumzucht müssen auch schon an Weihnachten denken, selbst wenn die Sonne noch knallt und die Temperaturen schweißtreibend sind.

Lebkuchenteig im Januar, Duft im August

In der Bäckerei Andrae in Waldböckelheim im Kreis Bad Kreuznach wird immer schon im August mit dem Backen von Lebkuchen begonnen, wie Besitzer Ralf Andrae erzählt. Die Teige für den echten Waldböckelheimer Lebkuchen würden sogar schon im Januar hergestellt. Und das sei bereits so lange der Fall, wie er denken könne - vorverlegt worden, sei der Zeitpunkt nicht. 

Lebkuchen wird ebenfalls schon produziert. (Symbolbild)

Lebkuchen wird ebenfalls schon produziert. (Symbolbild) | Daniel Karmann/dpa

«Selbstverständlich mag dies für Außenstehende etwas befremdlich sein, sich im August an den Duft von Lebkuchen zu gewöhnen», sagt Andrae. Für Waldböckelheimer sei das aber nichts Besonderes. Nichtsdestotrotz fragten die im Sommer mal scherzhaft, ob es Lebkuchen nicht mal als Eis gebe. Insgesamt werden ihm zufolge bis Heiligabend rund acht Tonnen an Lebkuchen produziert. Verkauft werden sie in fünf eigenen Märkten sowie in einer Reihe an Supermärkten etwa in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. 

Deko: Nach Halloween ist vor Weihnachten

Das eigentliche Weihnachtsgeschäft startet nach Angaben des Handelsverbands Rheinland-Pfalz spätestens Ende November. In einigen Bereich Handels geht es aber bereits schon rund um Ostern, da dann Ware geordert werden muss. Lebkuchen gebe es bereits in den Geschäften. Spätestens im Oktober, wenn Halloween vorbei ist, komme dann die Weihnachtsdeko. 

Im Handel ist es kurz nach Halloween schon Zeit für Weihnachten. (Symbolbild)

Im Handel ist es kurz nach Halloween schon Zeit für Weihnachten. (Symbolbild) | Stefan Puchner/dpa

Sowohl im Internet- als auch im klassischen Handel startet das eigentliche Weihnachtgeschäft spätestens Ende November, berichtete der Verband. Der Geschenkkauf beginne im Internet aber etwas früher als im stationären Handel. Trends für das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr seien aber noch nicht erkennbar.

Schoko-Nikoläuse: Bis Oktober noch Weihnachten, dann Ostern

Nikoläuse aus der Pfalz: Das Süßwarenunternehmen Wawi in Pirmasens produziert noch etwa sechs Wochen Weihnachtswaren und wechselt dann im Oktober plangemäß auf Ostern. «Wir haben dieses Jahr etwa elf Millionen Weihnachtsmänner und neun Millionen Adventskalender in Deutschland produziert. Davon gehen circa 65 Prozent ins Ausland», sagt Wawi-Chef Richard Müller.

Angesprochen auf die gestiegenen Kakaopreise, meint er, die Preise für Weihnachtsartikel würden sich dieses Jahr an jenen des Osterfestes 2025 orientieren - «also auf einem sehr hohen Niveau». Ab 2026 werde sich die Situation etwas normalisieren und sich die Preise auf einem leicht tieferen Niveau als 2025 einpendeln, meint der Leiter des Traditionsunternehmens.

Schokoladenfiguren werden bereits produziert. (Archivbild)

Schokoladenfiguren werden bereits produziert. (Archivbild) | Uwe Anspach/dpa

«Das alte Niveau von vor einigen Jahren wird es allerdings nicht mehr geben», betont Müller. «Das ist insofern gut, als es für die Bauern im Ursprung ein zufriedenstellendes Einkommen bedeutet.»

Der Weihnachtsbaum wächst am meisten zwischen April und Juni

Weihnachten ist für viele, wenn der Weihnachtsbaum endlich geschmückt ist und die Lichter oder Kerzen leuchten. Lars Zimmermann, Vorsitzender des Arbeitskreises rheinland-pfälzischer Weihnachtsbaumproduzenten, versichert: «Es gibt auf jeden Fall genug Bäume, auch deutsche Bäume.» 

Es habe zwar leichte Frostschäden gegeben, die seien aber minimal und nicht ausschlaggebend. Ansonsten seien die Bäume dieses Jahr gut gewachsen. Die klassischen Weihnachtsbäume würden mit drei Jahren etwa eingekauft und wüchsen dann zehn bis zwölf Jahre, bevor sie in den Verkauf kommen.

Die Weihnachtsbäume werden bald schon etikettiert. (Symbolbild)

Die Weihnachtsbäume werden bald schon etikettiert. (Symbolbild) | Julian Stratenschulte/dpa

«Der Baum wächst das ganze Jahr, aber die Hauptwuchszeiten sind von April bis Anfang Juni», erklärt Zimmermann. «In dieser Zeit snippen wir die Bäume.» Das bedeutet, dass die Spitzen der Äste von bestimmten Trieben abgebrochen werden, damit der Baum nicht zu sehr in die Breite wächst. Auch die Spitzen werden eingeschnitten. 

Bald fange man dann schon an, die Weihnachtsbäume zu etikettieren. Deutschlandweit habe man einen Preis von 23 bis 30 Euro für einen Meter Nordmanntanne ausgerufen, sagte Zimmermann. «In Rheinland-Pfalz liegen die Bäume aufgrund des waldreichen Gebietes etwas niedriger meistens.»

dpa

Bild: Damit es an Weihnachten alles gibt, wird bereits jetzt fleißig gearbeitet. (Symbolbild) | Etienne Dötsch/dpa

Das Video-Newsportal der Region Koblenz.

Datum: 31.08.2025
Rubrik: Lokales
Das könnte Sie auch interessieren