
Internet-Trend: War 2016 das bessere 2026?
In sozialen Medien blicken die Leute zurück auf 2016. In Rheinland-Pfalz klingen einige Schlagzeilen von 2016 fast so wie die Nachrichten von heute: Unwetter, Vogelgrippe, Wahlen.
Mainz (dpa/lrs) -
Ed Sheeran hat's getan, Dua Lipa auch und auch Julia Klöckner (CDU) ist dabei: Zurzeit schwelgen viele in Erinnerungen an das Jahr 2016. In den sozialen Medien posten sie Fotos und Erinnerungen von 2016. Wer morgens den Feed öffnet, dem springen Hundefilter, verschwommene Fotos und deutlich jüngere Gesichter entgegen: guten Morgen im Jahr 2016.
Doch war damals wirklich alles besser – oder überhaupt anders? Ein kleiner Rückblick auf Nachrichten in Rheinland-Pfalz vor zehn Jahren.
Anderes Jahr, wieder eine Wahl
Auch 2016 stand, wie in diesem Jahr, eine Landtagswahl an. Nach einer fulminanten Aufholjagd gewann die SPD unter der damaligen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) die Landtagswahl und hielt die CDU mit Herausforderin Julia Klöckner deutlich auf Abstand. Die AfD wird auf Anhieb drittstärkste Kraft, die FDP zieht nach fünf Jahren wieder in den Landtag ein, während die bisher mitregierenden Grünen drastische Verluste erleiden.

Malu Dreyer siegt mit der SPD bei der Landtagswahl 2016. (Archivbild) | Arne Dedert/dpa
Die erste Ampel-Koalition in einem westdeutschen Flächenland war besiegelt. Die Spitzen von SPD, FDP und Grünen in Rheinland-Pfalz unterzeichneten rund zwei Monate nach der Landtagswahl den Koalitionsvertrag. Damit bekam Rheinland-Pfalz zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Koalition mit drei Parteien.
Sprung in die Gegenwart: Rheinland-Pfalz wählt am 22. März 2026 ebenfalls einen neuen Landtag. Laut der aktuellen Befragung des Wahlforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des SWR-Politikmagazins «Zur Sache Rheinland-Pfalz!» kommt die oppositionelle CDU auf 29 Prozent der Stimmen, die regierende SPD aktuell auf 26 Prozent.
Die FDP würde es nach aktueller Umfrage nicht in den Landtag schaffen, die AfD liegt bei 18 Prozent. Den Angaben zufolge käme die Linke auf 6 Prozent und hätte damit Aussichten, erstmals in den Landtag einzuziehen.
Vogelgrippe damals zum ersten Mal im Land

Die Vogelgrippe wird 2016 zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. (Archivbild) | picture alliance / Thomas Frey/dpa
2016 wurde das Vogelgrippe-Virus H5N8 erstmals auch in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. Zwei tote Vögel trugen den Erreger in sich. Und doch zeigt sich im Rückblick: Das war damals nur der Anfang.
Mittlerweile macht das Virus deutlich mehr Probleme. Bisher sind seit Oktober 2025 nachweislich mehr als 100 Tieren an dem Virus erkrankt. Auch wenn die Zahlen stagnieren: Expertinnen und Experten warnen davor, die Verbreitung der Krankheit als beendet anzusehen.
Mainzelmännchen schon seit zehn Jahren auf der Ampel
Im November 2016 ging in Mainz die erste Mainzelmännchen-Ampel in Betrieb. Die Figur wurde damals als Schablone auf der Ampel angebracht. Mittlerweile gibt es in mehreren Städten besondere Wegbereiter an den Ampeln. In Kaiserslautern lenkt der Teufel den Verkehr: Das teuflische Maskottchen des 1. FC Kaiserslautern ist dort ein Ampelmännchen. In Worms gibt es seit 2018 eine Luther-Ampel, in Trier eine Karl Marx-Ampel.

Die Mainzelmännchen lenken 2016 erstmals den Verkehr in der Landeshauptstadt. (Archivbild) | Andreas Arnold/dpa
Unwetter und ein «Jahrhunderthochwasser»
Vor zehn Jahren gab es in Rheinland-Pfalz mehrere Unwetter, die zu großen Schäden geführt haben. In Grafschaft richteten Gewitter und Starkregen im Juni 2016 große Schäden an. Stark betroffen waren auch Stromberg im Hunsrück, Braubach (Verbandsgemeinde Loreley) und Altenahr. Bei letzterem sprach man sogar von einem «Jahrhunderthochwasser» – bereits damals hatte es im Ahrtal Überschwemmungen gegeben.
2021 ereignete sich mit der Flutkatastrophe wieder ein sehr schweres Unwetter in der Region. Damals starben mindestens 136 Menschen in Rheinland-Pfalz.
Schlagzeilen zu Bätzing gab es 2016 und 2026

Bätzing wird Nachfolger von Tebartz-van Elst. (Archivbild) | Harald Tittel/dpa
Der 55-Jährige ist der lang ersehnte Nachfolger des abberufenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. «Hier will ich Wurzeln schlagen», sagt der neue Oberhirte Georg Bätzing bei seiner Weihe und Amtseinführung im September 2016. Zuvor war er Generalvikar im Bistum Trier.
2026: Bätzing ist seit 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz – und teilt im Januar mit, dass er für eine zweite Amtszeit dort nicht zur Verfügung stehe. In einem Brief an die anderen Bischöfe heißt es: «Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden.» Der Limburger Oberhirte hätte nach sechsjähriger Amtszeit Ende Februar bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg zur Wiederwahl antreten müssen.
Mainz bleibt Mainz – auch ohne Rosenmontagsumzug?

Der Rosenmontagszug wird 2016 das erste Mal abgesagt. (Archivbild) | picture alliance / dpa
Im Februar 2016 gibt es eine Schocknachricht für viele Mainzerinnen und Mainzer: Zum ersten Mal in seiner Geschichte fällt der Mainzer Rosenmontagszug wetterbedingt aus. Grund sind die für diesen Tag vorhergesagten Sturmböen. Auch in Trier wird der Zug abgesagt.
Genau drei Monate nach der sturmbedingten Absage des Rosenmontagszugs bekommen die Narren in Mainz dann doch noch ihre Festparade. Mehr als 100.000 Menschen - darunter auch einige im Kostüm - jubeln den Karnevalisten auf den Wagen zu, überall wird «Helau» gerufen und getanzt.
Dieses Jahr findet der Rosenmontagsumzug am 16. Februar statt. Ob das Wetter mitspielt, bleibt abzuwarten. Im vergangenen Jahr kamen rund 600.000 Menschen, um den farbenfrohen Umzug zu sehen.
dpa
Bild: 2016 bekam Rheinland-Pfalz die erste Ampelregierung. (Archivbild) | Arne Dedert/dpa
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