Spott über CDU-Wahltermin im Nachbarland

 

Spott über CDU-Wahltermin im Nachbarland

Im Corona-Landtagswahlkampf vor fünf Jahren sorgte die rheinland-pfälzische CDU mit einem Ausflug nach Hessen für Aufregung. Jetzt gibt es eine Art Neuauflage.

Mainz/Wiesbaden (dpa) -

Spott über einen Ort: Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, macht unter dem Motto «Auf ein gutes Neues» Wahlkampf in Hessen. Der Termin mit der Mainzer Landtagskandidatin Isabell Rahms am 27. Januar wird von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (alle CDU) unterstützt. Aber eben in dessen Bundesland: auf Schloss Johannisberg im Rheingau. 

SPD findet das «aberwitzig»

Die rheinland-pfälzische SPD-Landeschefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler findet das «aberwitzig». «Termine im Wahlkampf im Nachbarland machen - da kann auch nur die CDU Rheinland-Pfalz drauf kommen», sagt sie. «Da fragt man sich, ob es bei der CDU an Wahlkampffähigkeit oder an geografischen Kenntnissen über Rheinland-Pfalz mangelt. Oder an beidem.» 

Rahms hat im Wahlkreis Mainz 1 zwei schwierige Gegner. Sie tritt am 22. März gegen Innenminister Michael Ebling (SPD) und Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne) an.

CDU: Mittelstandsunion organisiert den Termin 

Die CDU verweist darauf, dass der Termin nicht von der Partei organisiert wurde, sondern von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Hessen und der MIT Rheinland-Pfalz. Wegen Fastnacht seien viele geeignete Räume in Mainz auch nicht zu haben, deshalb sei man ausgewichen. Rund 450 Menschen würden erwartet. Und der Blick gehe vom Schloss direkt nach Rheinland-Pfalz. 

«Unpatriotisches Verhalten» - Spott schon einmal vor fünf Jahren 

Im Corona-Wahlkampf vor fünf Jahren hatte die geplante Steuerung eines digitalen Parteitags der CDU aus einem Studio in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden auch schon Aufregung verursacht. 

Der damalige SPD-Landeschef Roger Lewentz hatte gesagt: «Das ist ja fast schon unpatriotisches Verhalten.» Man müsse sich fragen, ob die rheinland-pfälzische CDU ihre nächsten Veranstaltungen nun in Gießen, Kassel, Wetzlar oder Fulda ausrichten werde. Die CDU hatte den Gang nach Hessen damals mit wirtschaftlichen Erwägungen begründet.

dpa

Bild: Ein Wahlkampf-Termin der rheinland-pfälzischen CDU in Hessen sorgt für Spott der SPD. | Andreas Arnold/dpa

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Datum: 26.01.2026
Rubrik: Lokales
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