Stellenabbau in Koblenz: Industrie im Wandel

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Stellenabbau in Koblenz: Industrie im Wandel

In Koblenz stehen derzeit mehrere Industrie- und Produktionsstandorte vor tiefgreifenden Veränderungen durch geplante Stellenabbau‑ und Transformationsprogramme, die die regionale Wirtschaft und Beschäftigten stark betreffen.

Der Autozulieferer ZF hat angekündigt, am Standort Koblenz bis zu rund 450 Arbeitsplätze bis 2030 abzubauen. Besonders betroffen seien vor allem Bereiche wie Forschung und Entwicklung sowie Teile der Verwaltung, während die Produktion weitgehend erhalten bleiben soll. Gewerkschaft und Betriebsrat protestieren gegen die Pläne, zudem sorgt die vorzeitige Freistellung eines Geschäftsführers für zusätzliche Spannungen in den laufenden Verhandlungen.

Kurz zuvor hatte auch der Gasfeder‑ und Automobilzulieferer Stabilus ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, das weltweit 450 Stellen betrifft. In Deutschland, den USA und weiteren Ländern sollen Standorte und Büros zusammengelegt werden, um Kosten zu senken und die Organisation zu straffen.

Beim Koblenzer Fahrradhersteller Canyon droht laut IG Metall der Abbau von bis zu 320 Arbeitsplätzen – etwa ein Viertel der Belegschaft. Die Gewerkschaft fordert gemeinsam mit dem Betriebsrat mehr Transparenz über betroffene Unternehmensbereiche und sucht mit dem Management nach Alternativen zum Personalabbau.

Auch der Aluminiumhersteller Novelis plant einen Stellenabbau am Koblenzer Werk: Bis zu 197 Vollzeitstellen könnten im Zuge eines Transformationsprozesses wegfallen. Betriebsrat und IG Metall fordern einen klaren Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und schlagen tarifliche Brückenlösungen vor, um die Beschäftigung langfristig zu sichern.

Diese Entwicklungen werfen sowohl für die Beschäftigten als auch für die Wirtschaftsstruktur der Region zentrale Fragen auf: Wie lassen sich Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsplatzsicherheit und sozialverträgliche Lösungen in Einklang bringen? Gewerkschaften, Betriebsräte und Unternehmen stehen in intensiven Gesprächen, um Lösungen zu erarbeiten, während die Unsicherheit unter vielen Beschäftigten spürbar bleibt.

 

Quelle : Rhein-Zeitung | Foto: Symbolbild

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Datum: 03.02.2026
Rubrik: Lokales
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