Rheinland-Pfalz: Straßen in alarmierendem Zustand

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Rheinland-Pfalz: Straßen in alarmierendem Zustand

Der Zustand der Straßen in Rheinland-Pfalz verschlechtert sich weiter. Laut dem Jahresbericht 2026 des Landesrechnungshofs befinden sich inzwischen 41 % der Kreisstraßen in einem sehr schlechten Zustand, gekennzeichnet durch Risse, Unebenheiten, Spurrinnen und Schlaglöcher. Nur 4,5 % der Kreisstraßen gelten als in einem Top-Zustand. Ähnlich problematisch zeigt sich die Situation bei den Landesstraßen, von denen fast 40 % stark beschädigt sind.

Die Ursachen liegen vor allem in unzureichenden Investitionen über viele Jahre. Der Investitionsstau für Kreis-, Landes-, Gemeinde- und Stadtstraßen wird auf rund 3,2 Milliarden Euro geschätzt, wobei die Kosten durch steigende Baupreise seit der Erhebung weiter gestiegen sind. Für Straßen und Brücken zusammen liegt der Bedarf auf etwa 4,8 Milliarden Euro.

Die Mittel aus dem bundesweiten Sondervermögen für Infrastruktur können den Bedarf nur teilweise decken, da die Ressourcen auch für Schulen, Kitas, Krankenhäuser und andere kommunale Einrichtungen eingesetzt werden müssen. Zusätzlich erschwert der Personalmangel in Bauindustrie und Behörden eine schnellere Sanierung. Selbst bei ausreichender Finanzierung könnten die notwendigen Arbeiten über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauern, um den Straßenbestand nachhaltig zu verbessern.

Der Investitionsstau und die hohe Belastung der Infrastruktur machen deutlich, dass Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Flächenländern weiterhin besonders stark unterfinanziert ist. Ohne eine langfristig tragfähige Strategie für Erhalt und Ausbau der Straßen droht ein weiterer Verfall des Straßennetzes.

 

Quelle: tagesschau | Foto: Symbolbild

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Datum: 03.02.2026
Rubrik: Lokales
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