
Exil-Iraner Jafari Gorzini: Sehnsucht nach der Heimat
Wie es im Iran in den nächsten Monaten weitergeht, ist ungewiss. Kehren Iraner aus dem Ausland zurück? Warum Mehdi Jafari Gorzini zumindest leichte Hoffnungen schöpft.
Mainz (dpa/lrs) -
Für Mehdi Jafari Gorzini, Träger des Bundesverdienstkreuzes und früher Landeschef der rheinland-pfälzischen Grünen, ist mit dem Tod des iranischen Staatsoberhauptes und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei eine große Hoffnung bei den Exil-Iranern verbunden. Eine überwältigte Mehrheit der Menschen im Iran und im Ausland sehne sich nach dem Ende der Islamischen Republik, sagte Jafari Gorzin der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.
Die Situation sei nach den Angriffen von Israel und der USA noch unübersichtlich und noch nicht zu Ende. Es werde auch Probleme geben. Es gebe jedoch die Hoffnung, dass diese Islamische Republik auch mit Hilfe der Menschen sowie humanitärer Hilfe vom Ausland gestürzt werde, sagte Gorzin. Im Iran gebe es die einzige Zivilgesellschaft in Nahost, die pro westlich eingestellt sei.
Dauerhaft zurück?
Jafari Gorzini, der 1979 nach Deutschland geflohen ist, in Mainz studiert hat, sich seitdem für die Integrationsarbeit starkmacht und mittlerweile Mitglied bei der SPD ist, sprach von großer Erleichterung. «Natürlich braucht das jetzt alles Zeit, dass sich das jetzt im Iran wieder nach den Angriffen normalisiert.»
Seit seiner Flucht sei er nur einmal wieder im Iran gewesen: Vor 26 Jahren für zwei Wochen im Namen der Bundesregierung, um eine Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung mitzuorganisieren. Sein großer Traum sei, wieder in den Iran zurückzukehren. «Ob ich dann dauerhaft dort leben würde, weiß ich nicht.» Ein Amt oder Mandat in seiner Heimatregion wolle er jedenfalls nicht übernehmen.
Das Bundesverdienstkreuz hatte Jafari Gorzini im vergangenen Jahr für sein jahrzehntelanges, herausragendes Engagement in der Integrationsarbeit und für den interkulturellen Dialog erhalten. Er sehe sich als Brückenbauer zwischen allen Religion, betonte er.
dpa
Bild: Mehdi Jafari Gorzini sieht sich als Brückenbauer zwischen den Religionen. | Bernd Glebe/dpa
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