
Noch keine Erntegefahr – Bauern hoffen dennoch auf Regen
Noch gibt es keinen Grund zur Panik, doch Landwirte in Rheinland-Pfalz beobachten die Wetterlage genau - warum Regen jetzt zum entscheidenden Faktor für Erträge und Qualität werden könnte.
Koblenz/Mainz (dpa/lrs) -
Die anhaltend trockene Witterung bereitet der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz derzeit noch keine größeren Sorgen. «Noch befindet sich alles im grünen Bereich», sagte Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau.
Zwar sei Regen zunehmend wünschenswert, da Winterkulturen in die Wachstumsphase gingen und Sommerkulturen wegen ihrer noch geringen Durchwurzelung mehr Wasser benötigten, sagte Netter. Eine akute Gefahr für Ernteausfälle bestehe jedoch derzeit nicht. Vergleichsweise niedrige Temperaturen und geringe Windstärken hätten bisher verhindert, dass dem Oberboden zu viel Feuchtigkeit entzogen werde.
Humusaufbau und Co. - Experte rät zu vorbeugenden Maßnahmen
«Das wird sich voraussichtlich bald ändern, zumindest soll es deutlich wärmer werden», sagte Netter. Das führe zu einer Wachstumsdepression bei den Kulturpflanzen, die bei Regen aber noch kompensiert werden könne. Beim Sommergetreide könne dies etwa die Bestockung beeinträchtigen, also die Bildung von Seitentrieben. Weniger Halme führten zu weniger Ähren und somit zu weniger Ertrag, erklärte Netter.
Der Experte rät zum Schutz vor Trockenheit zu vorbeugenden Maßnahmen wie Humusaufbau, Bodenbedeckung mit Stroh oder Zwischenfrüchten sowie konsequenter Unkrautbekämpfung, um die Wasserverfügbarkeit im Boden zu verbessern.
Beim Wein sei «alles noch in Ordnung», sagte Netter. Dank ihrer tiefen Wurzeln hielten die Weinreben bei Trockenheit relativ lange durch. Doch es gebe eine Ausnahme: Neuanpflanzungen. Hier müsse gegebenenfalls bewässert werden, wenn es in den kommenden zwei Wochen nicht regnen sollte.
Besonders die Aussaat braucht Niederschläge
Auch nach Einschätzung des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd ist die Lage derzeit noch entspannt. Die Ackerkulturen seien bislang gesund und gut entwickelt, teilte Sprecherin Jana Beck mit. Ausreichende Niederschläge im Winter hätten für eine gute Wasserversorgung gesorgt.
Zudem sei der Krankheitsdruck etwa durch Pilze wegen der trockenen Bedingungen derzeit gering, sagte die Sprecherin. Entscheidend werde jedoch die weitere Entwicklung. Besonders die Aussaat Ende April und Anfang Mai sei auf Niederschläge angewiesen.
Im Grünland stehe aktuell der erste Schnitt an, vielerorts noch mit guten Erträgen und Qualitäten. Doch nach dem Wochenende wäre auch hier Regen wichtig. «Mit jeder weiteren Woche ohne Regen geraten die Pflanzen zunehmend unter Trockenstress», sagte Beck. Dies könne sich sowohl auf die Erträge als auch auf die Futterqualität auswirken. Im Obst- und Weinbau spiele die Trockenheit bislang kaum eine Rolle.
dpa
Bild: Etwas mehr Regen käme der Landwirtschaft gelegen. (Symbolbild) | Thomas Frey/dpa
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