Rhenser Mineralbrunnen stellt Insolvenzantrag

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Rhenser Mineralbrunnen stellt Insolvenzantrag

Der Rhenser Mineralbrunnen hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Koblenz gestellt. Wie das auf Insolvenzverfahren spezialisierte Rechtsanwaltsbüro Lieser mitteilte, wurde der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Jüchser eingesetzt. Für den Traditionsbetrieb mit rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist dies innerhalb kurzer Zeit eine weitere schwere Belastung: Bereits Mitte Februar war Geschäftsführer Christian Berentzen unerwartet verstorben.

Als Ursachen für den Schritt nennt Christian Kolb, kaufmännischer Leiter des Unternehmens, insbesondere den intensiven Wettbewerb auf dem Getränkemarkt, deutlich gestiegene Transportkosten, dauerhaft niedrige Margen sowie eine „aktuelle Zurückhaltung der Konsumenten“. „Gestiegene Kosten und zu geringe Margen führten in eine finanzielle Schieflage“, so Kolb.

Produktion und Auslieferung gesichert

Trotz des Insolvenzantrags wird der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen fortgeführt, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Abfüllung und Belieferung der Kundschaft seien gewährleistet. Die Belegschaft sei im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert worden. Die Löhne und Gehälter für die Monate März, April und Mai seien durch das Insolvenzgeld abgesichert.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Alexander Jüchser betont: „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen.“ Derzeit verschaffe man sich einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage und führe Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Geschäftspartnern.

Bereits im Jahr 2016 hatte der Brunnen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen. Damals konnte das Unternehmen saniert und fortgeführt werden. In der Folge stellten die Brüder Christian und Friedrich Berentzen aus der bekannten Unternehmerfamilie im Emsland die Weichen neu und brachten Rhenser wieder auf Kurs. Unter anderem übernahm das Unternehmen 2024 nach der Insolvenz der Koblenzer Brauerei deren Biermarken. Friedrich Berentzen war jedoch bereits 2023 verstorben.

Der erfahrene Sanierungsmanager Holger Sieck, der schon 2016 als Geschäftsführer den Restrukturierungsprozess begleitet hatte, ist nach dem Tod von Christian Berentzen erneut als Interims-Geschäftsführer eingesetzt worden. Zusätzlich wird das Unternehmen von Rechtsanwalt Marco Ihrlich von der Koblenzer Kanzlei „Dr. Eich, Jakob & Partner“ beraten.

Holger Sieck übernimmt offiziell in der Übergangsphase

Rhens, 24. Februar 2026: Nach dem plötzlichen Tod von Christian Berentzen hat die Rhenser Mineralbrunnen GmbH die personellen Weichen für eine geordnete Übergangsphase gestellt. Mit Holger Sieck aus Mainz übernimmt ein erfahrener Interim-Manager die Leitung des regional verwurzelten mittelständischen Unternehmens mit 140 Beschäftigten. Die formelle Bestellung soll in der kommenden Woche per Gesellschafterbeschluss erfolgen.

Bis zur offiziellen Amtseinführung führen die beiden Prokuristen das Unternehmen in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern weiter. „Für uns hat es oberste Priorität, Stabilität und Handlungsfähigkeit zu gewährleisten – gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso wie gegenüber Handelspartnern und Lieferanten“, erklärt Prokurist Christian Kolb. „Mit Holger Sieck gewinnen wir eine Führungspersönlichkeit, die unser Unternehmen kennt und in einer sensiblen Phase für Kontinuität steht.“

Sieck ist mit dem Standort in Rhens bestens vertraut. Bereits vor neun Jahren hatte er den Mineralbrunnen interimistisch geleitet und in einer Restrukturierungsphase entscheidend zur Stabilisierung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen beigetragen. In dieser Zeit wurde die Basis für die anschließende langfristige Entwicklung unter der Geschäftsführung der Brüder Berentzen geschaffen.

Der Manager ist inzwischen vor Ort und stimmt sich eng mit Gesellschaftern, Prokuristen und Führungskräften ab, um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen. Parallel dazu läuft ein strukturierter Auswahlprozess für eine dauerhafte Nachfolgeregelung in der Geschäftsführung. Ziel ist es, die strategische Ausrichtung im Sinne der bisherigen Unternehmensführung fortzuführen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiter zu stärken.

Belegschaft umfassend informiert

Am 24. Februar 2026 wurde die Belegschaft im Rahmen einer Betriebsversammlung ausführlich über die aktuellen Entwicklungen informiert. Die Unternehmensführung betont dabei Geschlossenheit sowie das gemeinsame Ziel, den eingeschlagenen Kurs konsequent fortzusetzen. Transparenz und eine klare interne Kommunikation sollen auch in der Übergangsphase weiterhin im Mittelpunkt stehen.

 

Quelle und Foto: Rhenser Mineralbrunnen GmbH

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Datum: 04.03.2026
Rubrik: Lokales
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