
Saarland startet Solaroffensive auf eigenen Dächern
Ob an der Uniklinik, der Landesaufnahmestelle in Lebach oder dem Landesamt für Soziales: Auf diesen Dächern soll Photovoltaik installiert werden. Der Bauminister erklärt, was es damit auf sich hat.
Saarbrücken (dpa/lrs) -
Die saarländische Landesregierung will verstärkt auf eigene Solarenergie setzen: Bauminister Reinhold Jost (SPD) gab nach der Kabinettssitzung bekannt, dass etwa bis zu den Jahren 2030/2035 auf 28 zusätzlichen Landesgebäuden Photovoltaikanlagen installiert werden sollen. Dadurch könnten 2.900 Kilowatt-Peak Nenn-Leistung entstehen und jährlich rund 2,5 Millionen Kilowattstunden klimafreundlicher Strom zusätzlich erzeugt werden. Dies bedeute eine Verdreifachung der bisher installierten PV-Leistung auf Landesdächern.
«Wir investieren gezielt in Klimaschutz und gehen mit gutem Beispiel voran. Wir wollen nicht anderen etwas vorschreiben, was wir nicht selbst tun», sagte Jost. Die eigenen Dächer des Landes würde für die Energiewende klimafreundlich und wirtschaftlich sinnvoll genutzt, zugleich mache man sich unabhängiger von Energiekrisen und Lieferketten.
Über den Transformationsfonds finanziere das Land rund 9,5 Millionen Euro in das Programm: Geld, das sich in 16 bis 18 Jahren amortisiere. Jährlich würden rund 500.000 Euro an Stromkosten gespart, zudem würden über 20 Jahre hinweg rund 36.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Der saarländische Bauminister Reinhold Jost (SPD) will die Landesgebäude durch Solaranlagen widerstandsfähiger und nachhaltiger machen. (Archivbild) | Laszlo Pinter/dpa
Mit den bisherigen Ausbauschritten bei der Photovoltaik bei den Landesliegenschaften zeigte er sich zufrieden. «Wir haben massiv an Fahrt aufgenommen und ein klares Ziel vor Augen.» Seit 2022 seien die PV-Anlagen nicht mehr nur auf Eigenverbrauch ausgelegt, sondern auf maximal technisch sinnvollen Ertrag. Dieser Ausbaupfad sei im Ministerratsbeschluss gebäudegenau hinterlegt, sowohl mit Blick auf Kosten als auch Ertrag und Einsparungen.
Zudem gehe er einher mit einem Stromkreisbilanzmanagement: So soll der Strom, der erzeugt und an den Wochenenden nicht selbst verbraucht werde, in das öffentliche Netz eingespeist werden. «Das passt in die Strategie der Landesregierung, mit den Ressourcen sparsam umzugehen», so der Minister. Dazu zähle auch, dass sich das Land verpflichtet habe, in den kommenden Jahren bis zu 30 Prozent der Büroflächen zu reduzieren.
Verdopplung bei PV-Leistung seit 2022
Die Landesregierung habe ein großes Interesse daran, dass sich die Erfolgsgeschichte der PV-Anlagen nicht nur im Bereich der Landesliegenschaften, sondern auch bei den Privaten weitergehe. «Deshalb sehen wir die Pläne, die zurzeit bei der Bundeswirtschaftsministerin diskutiert werden, mehr als kritisch», betonte Jost. Schon jetzt hätten sie «zumindest für große Verunsicherung gesorgt».
Insgesamt sei seit 2022 die von PV-Anlagen erzeugte Strommenge fast verdoppelt worden: von etwa 40.000 Anlagen und 620 MW PV-Leistung auf knapp 1.200 MW von 67.000 Solaranlagen.
dpa
Bild: Auf den Dächern der saarländischen Landesgebäude sollen in den nächsten Jahren vermehrt Photovoltaik-Anlagen installiert werden. (Symbolbild) | Marijan Murat/dpa
Regionale News aus Koblenz















































