
Mainz feiert Derby-Sieg gegen Frankfurt und Paul Nebel
Die Nachbarn Mainz und Frankfurt liefern sich einen offenen Schlagabtausch. Die Eintracht kassiert nicht nur ein spätes Tor, sondern muss sich auch Sorgen um einen Nationalspieler machen.
Mainz (dpa) -
Phillip Tietz packte seinen kleinen Mitspieler strahlend auf seine Schulter und der ganze FSV Mainz 05 feierte Paul Nebel. Der Offensivmann geriet beim 2:1 (1:1) im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt zum Matchwinner der Gastgeber. Mit dem späten Sieg hat Mainz einen weiteren Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gelandet.
Nebel sorgte mit einem Doppelschlag in der 6. und 89. Minute drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Conference League erneut für großen Jubel bei den Rheinhessen, die sich mit nun 30 Punkten im Tabellenkeller etwas Luft verschafften. «Das war eine sehr, sehr gute Woche für uns», sagte Nebel im DAZN-Interview.
Die Frankfurter, für die Nathaniel Brown (20.) vor 33.305 Zuschauern zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, büßten durch die Pleite weiter an Boden im Kampf um die internationalen Startplätze ein. Der Nationalspieler konnte die Partie wegen einer Fußverletzung nicht beenden.
Brown: «Ich weiß auch nicht, woran es liegt»
Ob seine Reise zur DFB-Auswahl gefährdet ist, war zunächst offen, Brown gab aber leichte Entwarnung. «Natürlich habe ich noch Schmerzen, aber ich hoffe, es ist nicht schlimm. Ich werde alles geben, dass ich dabei sein kann», sagte der 22-Jährige nach dem Spiel und kommentierte den Rückschlag der Eintracht ziemlich ratlos: «Ich weiß auch nicht, woran es liegt.»
«Wir liegen hinter den europäischen Plätzen und schaffen es nicht, den Anschluss herzustellen. Heute haben wir zu viel Chancen zugelassen und zu wenig kreiert», klagte der Ex-Mainzer Jonathan Burkardt.
Götze fliegt aus dem Kader
Bei der erstmaligen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte durfte Eintracht-Stürmer Burkardt, der von 2014 bis 2025 elf Jahre lang das Mainzer Trikot getragen hatte, von Beginn an ran. Der 25-Jährige blieb jedoch im gesamten Spiel blass. Zudem ersetzte Arthur Theate bei seinem Comeback nach einer Knieverletzung den gesperrten Robin Koch.

Mario Götze stand in Mainz nicht einmal im Kader von Eintracht Frankfurt. (Archivbild) | Marc Schüler/dpa
Dagegen stand Mario Götze nicht einmal im Kader. Der 33-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, saß schon in den vergangenen beiden Spielen nur auf der Bank und wurde von Neu-Trainer Albert Riera für das Mainz-Spiel nun sogar ganz aus dem Aufgebot gestrichen.
«Wir kennen seine Qualitäten. Aber für dieses Spiel habe ich andere ausgewählt. Mario war nicht bei 100 Prozent», sagte Riera vor dem Anpfiff bei DAZN zur Ausbootung von Götze. Ob es für den Weltmeister von 2014 bei den Hessen eine sportliche Zukunft gibt, erscheint zunehmend fraglich.
Eintracht kontert Mainzer Blitzstart
Als es dann losging, wurden die Gäste kalt erwischt. Nach einem feinen Zuspiel von Sheraldo Becker traf Nebel mit einem Rechtsschuss zur frühen Führung für die Mainzer. Rückkehrer Theate fälschte den Ball dabei unhaltbar für Eintracht-Torwart Michael Zetterer ab. Es war der erste Gegentreffer für die Frankfurter seit 298 Minuten.
Wirkung hinterließ der Rückstand aber nicht bei der Eintracht, die mit dem ersten gefährlichen Angriff zum Ausgleich kam. Auf Vorarbeit von Jean-Matteo Bahoya traf Brown per Direktabnahme. Für den 22-Jährigen war es das vierte Saisontor.
Frankfurter Sorgen um Brown und Collins
In der weitgehenden ausgeglichenen Partie wirkte Mainz in der Offensive etwas zielstrebiger und kam durch Becker (37.) zu einer weiteren guten Chance, die Zetterer vereitelte. Die Eintracht setzte auf Ballbesitz, strahlte aber kaum Gefahr aus. Ein Kopfball von Theate, der 05-Torwart Daniel Batz vor keine Probleme stellte, blieb bis zur Pause die einzige Ausbeute.

Blieb zur Pause angeschlagen in der Kabine: Nathaniel Brown (r). | Marc Schüler/dpa
Nach dem Wechsel blieb Brown angeschlagen in der Kabine. Der Defensivspieler hatte bereits nach zwölf Minuten eine Blessur erlitten, als ihm der Mainzer Kaishu Sano unglücklich auf den Fuß fiel. Nach gut einer Stunde humpelte dann auch noch Rechtsverteidiger Nnamdi Collins verletzt vom Feld.
Kurz zuvor hatte Fares Chaibi die Führung für die Gäste verpasst, als er mit einem Kopfball am stark reagierenden Batz scheiterte. Der Mainz-Keeper rettete später noch einmal stark gegen Ritsu Doan. Weil Becker auf der Gegenseite nur den Innenpfosten traf, sah es lange nach einem Remis aus. Doch Nebel staubte kurz vor Ende zum 2:1 ab.
dpa
Bild: Mann des Tages bei Mainz: Paul Nebel | Marc Schüler/dpa
Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.















































