Hochschule Koblenz ebnet Weg zur Promotion ohne  Bachelorabschluss

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Hochschule Koblenz ebnet Weg zur Promotion ohne Bachelorabschluss

KOBLENZ/ DRESDEN. Mit ihrer erfolgreichen Promotion an der Technischen Universität Dresden hat Dr. Eugenia Renner einen bemerkenswerten akademischen Meilenstein erreicht. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz und Projektleiterin des Projekts Bachelor of Arts: Bildung & Erziehung+ dual Wien (BABE+) verteidigte kürzlich erfolgreich ihre Dissertation mit dem Titel „Soziales Commitment türkischstämmiger Allochthonen der zweiten bis vierten Generation. Ein kritischer Beitrag zur Integrationsforschung“.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Cornelia Wustmann (Technische Universität Dresden) und Prof. Dr. Daniela Braun (Hochschule Koblenz). Mit der erfolgreichen Disputation schloss Dr. Renner ihre Promotion an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der TU Dresden ab. 

Besonders bemerkenswert ist der Bildungsweg von Dr. Renner: Sie absolvierte keinen Bachelorstudiengang. Stattdessen nahm sie als beruflich qualifizierte Bewerberin am Masterstudiengang MAKS Kindheits- und Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz teil. Die dafür erforderliche Eignungsprüfung bestand sie mit Bravour und schloss den Weiterbildungsstudiengang anschließend mit der hervorragenden Note 1,1 ab. Der Masterstudiengang MAKS ist ein etablierter und erfolgreicher Weiterbildungsstudiengang, der in Kooperation mit dem Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund (ZFH) entwickelt wurde.

„Rheinland-Pfalz hat mit seiner Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte schon sehr früh Durchlässigkeit und echte Aufstiegschancen geschaffen. Unser Ziel ist klar: Jeder, der kann und will, soll die Möglichkeit erhalten, unterschiedliche akademische Bildungswege einzuschlagen, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und die vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten zu nutzen. Der Erfolg von Dr. Eugenia Renner bestätigt diesen Weg und zeigt, wie wichtig diese Durchlässigkeit ist. Ich gratuliere Eugenia Renner ganz herzlich zu diesem außerordentlichen Erfolg“, sagt Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Während ihres Studiums an der Hochschule Koblenz wurde Dr. Renner zudem von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung gefördert. 

Im Zuge ihrer Bewerbung für eine kooperative Promotion an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der TU Dresden, wurde ihr außergewöhnlicher Bildungsweg intensiv geprüft. Für die Zulassung wurde eigens ein zusätzliches Placet des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus eingeholt. Darüber hinaus erfüllte Dr. Renner im Fernstudium an der TU Dresden zusätzliche Auflagen und erbrachte ergänzende Leistungsnachweise. Die TU Dresden ist eine von elf Exzellenzuniversitäten in Deutschland, die im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert wird. 

Prof. Dr. Daniela Braun, Professorin an der Hochschule Koblenz und Mitbetreuerin der Dissertation, betont die besondere Bedeutung dieses Werdegangs:  

„Es handelt es sich um einen in dieser Form bislang äußerst seltenen, möglicherweise sogar einmaligen Bildungsweg zur Promotion auf Grundlage eines Masterabschlusses ohne vorherigen Bachelor.“ Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, hebt die strukturellen Voraussetzungen hervor, die diesen Erfolg ermöglicht haben: „Dieser Bildungsweg wurde durch die Regelungen zur Durchlässigkeit im Hochschulsystem in Rheinland-Pfalz und Sachsen ermöglicht. Zugleich spiegelt dieser Erfolg maßgeblich das Engagement der Hochschule Koblenz wider, die beruflich qualifizierte Studierende auch über das Studium hinaus ausdrücklich fördert.“

Dr. Eugenia Renner selbst sieht ihren Bildungsweg auch als Signal für andere beruflich Qualifizierte: „Mein Werdegang zeigt, dass akademische Bildung auch auf ungewöhnlichen Wegen möglich ist. Die Unterstützung der Hochschule Koblenz, meiner Betreuerinnen und der Förderinstitutionen hat mir ermöglicht, meinen wissenschaftlichen Interessen konsequent nachzugehen und einen Beitrag zur Integrationsforschung zu leisten.“ 

Der erfolgreiche Promotionsabschluss von Dr. Eugenia Renner unterstreicht eindrucksvoll, wie wichtig durchlässige Bildungswege im Hochschulsystem sind – und welches Potenzial in der Förderung beruflich qualifizierter Studierender liegt. 

Über die Hochschule Koblenz

Die Hochschule Koblenz ist mit 8.700+ Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor-, Master- und Fernstudiengänge sowie duale Studiengänge in 6 Themenfeldern: Bauwesen & Architektur, Ingenieurwesen & Technik, Mathematik, Informatik & Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst und Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen, anwendungsnaher Forschung und einer internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor. Die hohe Zufriedenheit der Studierenden bestätigt der StudyCheck Award 2026: Die Hochschule Koblenz zählt zu den Top 50 Hochschulen in Deutschland und belegt Platz 1 unter den öffentlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz.

 

Quelle: Hochschule Koblenz | Foto: Martin Lisek/Hochschule Koblenz

 

 

 

 

 

 

 

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Datum: 01.04.2026
Rubrik: Lokales
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