
Lokales
Blaue Schafe als Botschafter des Friedens: Kunstaktion in Braubach vorgestellt
Im Rahmen des Stadtrechtejubiläums wird die Stadt Braubach im August zu einem besonderen Schauplatz internationaler Kunst: Vom 7. bis 9. August ist die „Blaue Friedensherde“ der Künstlerin Bertamaria Reetz in den Rheinanlagen zu sehen. Die ungewöhnliche Installation aus leuchtend blauen Schafen steht für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander – eine Botschaft, die weltweit Beachtung findet.
Vorgestellt wurde das Projekt jetzt im Rathaussaal, wo zahlreiche interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer der Präsentation beiwohnten. Stadtbürgermeister Günter Goß eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Gäste. In ihrem anschließenden Vortrag und einem Film gewährte die Künstlerin persönliche Einblicke in die Entstehung und Entwicklung ihrer Arbeit, bevor Beigeordneter Markus Fischer mit einem Schlusswort zur Übernahme von Patenschaften für die Blauschafe einlud.
Seit Beginn des Kunstprojekts hat die Friedensherde bereits Station in über 200 Städten weltweit gemacht – von Europa bis nach USA und Australien. Sogar der Schauspieler Anthony Hopkins hat ein Exemplar der markanten Tiere für Hollywood erhalten. Ihren Ursprung nahm die Aktion in Venedig, wo Reetz bereits 1998 im Palazzo Albrizzi ausstellte und später, im Jahr 2009, erstmals die blaue Schafherde präsentierte.
Die Künstlerin, die von einem Bauernhof im Eifeldorf Ripsdorf stammt, fand über persönliche gesundheitliche Krisen zur Kunst. Nach einer Krebsdiagnose entschied sie sich für ein Studium an der Kunstakademie und entdeckte die Malerei als Mittel der Selbstreflexion. Ihre Werke, darunter auch frühere Projekte wie „Die jecken Hühner von Kölle“ mit über 2300 Figuren in Köln, sind geprägt von gesellschaftlichen Themen und laden zum Dialog ein. „Jeder ist gleich, alle sind wichtig“ – dieser Leitsatz zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen.
Die blauen Schafe dienen dabei bewusst als Ausgangspunkt für Diskussionen. Nicht immer verliefen ihre Ausstellungen reibungslos: So berichtete Reetz von Widerständen in Bautzen, wo Rechtsradikale sogar versuchten, die Herde zu zerstören. Dennoch setzt sie ihre Reisen mit den Schafen unbeirrt fort – stets mit dem Ziel, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Auch in Braubach wird die Herde nicht nur betrachtet, sondern kann aktiv unterstützt werden: Interessierte haben die Möglichkeit, die Patenschaft für eines der Schafe zu übernehmen. Zum Selbstkostenpreis von 235 Euro wird ein Tier erworben, das nach der Ausstellung in den Besitz der Sponsoren übergeht. Dort, wo ein solches „Weiderecht“ vergeben wird, bleibt aber auch ein Schaf dauerhaft in der jeweiligen Gemeinde. Im Braubacher Rathaus ist es bereits eingezogen.
Mit der Ausstellung in den Rheinanlagen setzt Braubach ein sichtbares Zeichen für Frieden und Gemeinschaft – ganz im Sinne des charakteristischen „Friedensblaus“, das die Herde weltweit bekannt gemacht hat. Interessenten, die eine Patenschaft für ein Schaf übernehmen und es so erwerben möchten, können sich unter Telefon 02627/976001 oder per Mail an info@braubach.de im Rathaus melden.
Quelle: Stadt Braubach | Foto: Bastian Clos
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