Noch keine Rettung: Mainz 05 trauert verpasstem Coup nach

 

Noch keine Rettung: Mainz 05 trauert verpasstem Coup nach

Der FSV Mainz 05 beherrscht den FC Bayern eine Halbzeit lang. Doch nach der Pause verspielen die Rheinhessen eine 3:0-Führung - und damit auch den vorzeitigen Klassenerhalt.

Mainz (dpa) -

Urs Fischer rang auch eine Stunde nach der bitteren Heimpleite gegen Bayern München um seine Fassung. «Es ist immer noch schwer, die richtigen Worte zu finden. Aber es ist einfach erklärt: Du machst eine top erste Hälfte und dann stellst du fast ein bisschen den Betrieb ein in der zweiten Hälfte. Da waren wir nicht mehr gut», sagte der Trainer des FSV Mainz 05 über die Achterbahnfahrt der Gefühle beim wilden 3:4 (3:0) im Duell mit dem Meister.

Durch die Niederlage verpassten die Rheinhessen den vorzeitigen Klassenerhalt - auch wenn dieser angesichts des komfortablen Acht-Punkte-Polsters auf den Relegationsplatz bei drei ausstehenden Spielen nur noch Formsache sein dürfte. Für Fischer war das unmittelbar nach dem Abpfiff nur ein schwacher Trost. «Wir hätten den Sack heute zumachen können», klagte er. 

Versetzten die Fans in der ersten Halbzeit in Jubel-Laune: Die Profis des FSV Mainz 05.

Versetzten die Fans in der ersten Halbzeit in Jubel-Laune: Die Profis des FSV Mainz 05. | Torsten Silz/dpa

 

Dabei hatte es zur Pause nach einem großen Festtag für die Mainzer ausgesehen. Dominik Kohr (15. Minute), Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) hatten die Fans mit ihren Toren in Party-Laune versetzt. «Wenn ich daran denke, wie mutig wir in der ersten Hälfte waren trotz großen Drucks von Bayern», sinnierte Fischer. «Wir konnten uns immer wieder befreien, indem wir mutig waren mit den Zuspielen.»

Einbruch nach dem Wechsel

Man habe in der Pause darüber gesprochen, «dass wir uns nicht zurückziehen dürfen, nicht im Kopf haben dürfen, das 3:0 nur zu verteidigen – genau das ist dann aber eingetroffen. Es braucht 90 überzeugende Minuten, um Bayern schlagen zu können. Das haben wir nicht hinbekommen, das tut weh», sagte der 60 Jahre alte Schweizer.

Nicolas Jackson (53.), Michael Olise (73.), Jamal Musiala (80.) und Harry Kane (83.) rissen die Mainzer nach dem Wechsel aus allen Siegträumen. Nicht nur der auffällig agierende Nationalspieler Nadiem Amiri, der zwei Treffer vorbereitete, war konsterniert. «Mir fehlen die Worte. Die zweite Halbzeit war schockierend.» Und Abwehrspieler Kohr räumte ein: «Die Bayern haben uns in der zweiten Halbzeit mit ihrer Qualität einfach komplett auseinandergenommen.»

Musste nach dem Abpfiff getröstet werden: Nadiem Amiri.

Musste nach dem Abpfiff getröstet werden: Nadiem Amiri. | Torsten Silz/dpa

Auch Sportdirektor Niko Bungert trauerte dem verpassten Coup hinterher. «Es war ein spektakuläres Spiel und wir ärgern uns, nichts mitgenommen zu haben gegen die beste Mannschaft in Europa oder auf der Welt. Leider haben wir uns von der Wucht nach der Pause beeindrucken lassen», sagte Bungert.

Klassenerhalt soll jetzt in Hamburg gesichert werden

Flügelflitzer Nebel kündigte eine intensive Aufarbeitung an und richtete den Blick dann gleich wieder nach vorn. «Schade, dass wir den Sack heute noch nicht zumachen konnten. Aber das wollen wir dann nächste Woche bei St. Pauli nachholen.»

Schon ein Remis reicht zur Rettung, die beim Amtsantritt von Fischer im vergangenen Dezember weit weg schien. Damals waren die Mainzer mit nur sechs Zählern Tabellenletzter - jetzt stehen sie mit 34 Punkten als Zehnter im Tabellenmittelfeld. Eine tolle Entwicklung, die am kommenden Sonntag in Hamburg ihre Krönung erfahren soll. Amiri forderte daher: «Wir müssen jetzt weitermachen, wir haben es immer noch in der eigenen Hand.»

dpa

Bild: Mainz 05 hat einen sicher geglaubten Sieg gegen Bayern München noch verspielt. | Thomas Frey/dpa

Aus der Region Koblenz immer aktuell mit TV Mittelrhein.

Datum: 26.04.2026
Rubrik: Lokales
Das könnte Sie auch interessieren