Fließt die Ahr noch in den Rhein oder ist sie versickert?

 

Fließt die Ahr noch in den Rhein oder ist sie versickert?

Nach Regenfällen ist die Ahr wieder sichtbar, doch das außergewöhnlich niedrige Rheinwasser sorgt weiter für besondere Bedingungen an der Mündung. Was bedeutet das für die Ahr?

Sinzig/Mainz (dpa/lrs) -

Wegen des extremen Niedrigwassers wirkt es derzeit stellenweise so, als würde die Ahr kurz vor ihrer Mündung in den Rhein einfach versickern. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall, wie das Landesamt für Umwelt in Mainz erklärt. Warum ist sie dann teils nicht mehr zu sehen?

Weil der Rhein so wenig Wasser führt, mündet die Ahr dem Landesamt zufolge zunächst in das trockengefallene Flussbett des Rheins. Dieses besteht aus grobem Kies und Geröll. Fließt die Ahr nur mit sehr wenig Wasser, verschwindet dieses zwischen den Hohlräumen des Gesteins und fließt dort unterirdisch weiter. An der Oberfläche ist der Wasserlauf dann zeitweise nicht mehr zu erkennen.

Nach den Regenfällen in der Nacht zum Mittwoch führte die Ahr aktuell wieder etwas mehr Wasser und erreicht den Rhein wieder sichtbar. Wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze bleibt ihr Wasserstand aber insgesamt sehr niedrig. 

Das Landesamt für Umwelt betont, dass das derzeitige Niedrigwasser des Rheins außergewöhnlich ist. Dass Wasser in grobem Flussbettmaterial zeitweise unterirdisch weiterfließt, ist aus hydrologischer Sicht dagegen ein bekanntes und grundsätzlich normales Phänomen.

dpa

Bild: Anhaltende Hitze und Trockenheit haben den Pegel des Flusses deutlich sinken lassen, sodass die Ahr nur noch als schmales Rinnsal in den Rhein fließt. | Thomas Frey/dpa

Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.

Datum: 06.08.2026
Rubrik: Lokales
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