Freigelegte Blindgänger im Rhein: Wie groß ist die Gefahr?

 

Freigelegte Blindgänger im Rhein: Wie groß ist die Gefahr?

Jahrzehntelang lagen sie unberührt auf dem Grund, jetzt kommen Munition und Bomben durch das Niedrigwasser zum Vorschein. Die Behörden warnen.

Mainz/Wiesbaden (dpa) -

Durch das extreme Niedrigwasser tauchen an Flüssen wie dem Rhein aktuell vermehrt Kampfmittel auf. Was bedeutet das für Anwohner und Spaziergänger? So schätzt der Kampfmittelräumdienst in Rheinland-Pfalz und Hessen die besondere Situation ein:

Was wird alles gefunden?

Das Niedrigwasser bringt allerlei Funde auf dem Grund des Rheins zum Vorschein. Zwischen Müll und Schrott tauchen immer wieder auch Kampfmittel wie Munition und Bomben auf. Diese reichen von kleineren Granaten bis zu Kilogramm schweren Weltkriegsbomben. Im südhessischen Trebur wurde kürzlich eine rauchende Phosphorgranate entdeckt, in Koblenz eine Bazooka-Rakete.

Wie viel schlummert noch im Rhein?

Darüber lässt sich den Behörden nach nur spekulieren. Zwar seien Gewässer wie der Rhein bei Kriegsende teilweise zur Entsorgung von Munition genutzt worden, eine genaue Anzahl könne jedoch nicht genannt werden, erklärt der Kampfmittelräumdienst in Hessen.

Wie groß ist die Gefahr?

«Durch den jahrzehntelangen Einfluss der Witterung auf die Munition ist sie unberechenbar», warnt Alexander Majunke, Leiter des Kampfmittelräumdienstes des Landes Hessen. Jede äußere Veränderung durch Temperatur und Wasser erhöhe zudem die Gefahr. Trotzdem sei eine plötzliche Explosion von Kampfmitteln aus dem Nichts eher unwahrscheinlich.

Wie soll ich mich bei einem Fund verhalten?

«Verdächtige Gegenstände niemals bewegen, berühren oder aufheben», appelliert Majunke. Stattdessen sollte ein großer Abstand eingehalten und Polizei, Ordnungsamt oder Kampfmittelräumdienst verständigt werden.

Die gemeldeten Funde würden alle ernst genommen und untersucht, um ganz sicher alle Gefahrenlagen zu beseitigen, versichert der Kampfmittelräumdienst in Rheinland-Pfalz. Wenn sich ein Verdacht bestätigt, werden dann in Absprache mit Kommunen und Polizei weitere Maßnahmen zur Evakuierung und Entschärfung eingeleitet.

dpa

Bild: Das Niedrigwasser legt immer mehr Blindgänger frei, wie hier zuletzt am Kölner Rheinufer. | Alexander Franz/dpa

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Datum: 13.08.2026
Rubrik: Lokales
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