
Bischof von Speyer legt überraschend Amt nieder
Karl-Heinz Wiesemann tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Die Diözese braucht völlig unerwartet einen neuen Oberhirten.
Speyer (dpa/lrs) -
Große Überraschung im katholischen Bistum Speyer: Bischof Karl-Heinz Wiesemann ist völlig unerwartet und mit sofortiger Wirkung aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Ihm sei bewusst geworden, dass er nicht mehr die Kraft habe, «die ganze Wegstrecke bis zur vollständigen Umsetzung der anstehenden Strukturreformen zu gehen», sagte der 66-Jährige einer Mitteilung seines Bistums in der Pfalz zufolge. Papst Leo XIV. habe seinen Rücktritt angenommen, hieß es.
Wiesemann leitete das Bistum Speyer seit März 2008. Es umfasst die Pfalz und den Saarpfalz-Kreis mit rund 1,57 Millionen Menschen - davon rund 423.000 Katholikinnen und Katholiken.
Seit 2008 in der Pfalz
Wiesemann war der 96. Bischof von Speyer. Er stammt aus dem Erzbistum Paderborn, wo er am 1. August 1960 in Herford geboren wurde. Die Priesterweihe empfing er 1985 in Rom. Ab 1994 wirkte er als Pfarrer und Propst im Sauerland, am 4. Juli 2002 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof. Die Bischofsweihe empfing er in Paderborn. Am 19. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach in Speyer, die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Dom.

Die Bischofsweihe empfing Wiesemann - hier im Dom zu Speyer - in Paderborn. (Archivbild) | Uwe Anspach/dpa
«Ich bin mit ganzem Herzen und großer innerer Freude mit Ihnen Christ und für Sie Bischof gewesen. Dennoch hat die Last der umfänglichen Verantwortung in mir körperlich wie vor allem seelisch schwerwiegende Spuren hinterlassen», betonte Wiesemann. Mit Blick auf den Abschied sei ihm das «Herz schwer», weil er «gerne und mit Freude in unserer nicht nur landschaftlich wunderschönen Diözese» Bischof gewesen sei.
Respekt von der Deutschen Bischofskonferenz
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, nahm das Rücktrittsgesuch mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis. In einem Brief an Wiesemann schrieb er: «Für das Bistum Speyer und die Deutsche Bischofskonferenz bedeutet Dein Rücktritt einen großen Verlust. Gleichzeitig empfinde ich Hochachtung vor Deiner Entscheidung, die Du lange im Herzen erwogen hast und die Dir nicht leichtgefallen ist.»
Dem Kirchenrecht zufolge kommt nun dem Domkapitel die Aufgabe zu, in den kommenden Tagen einen sogenannten Diözesanadministrator zu wählen. Er wird das Bistum bis zur Amtsübernahme eines neuen Bischofs leiten.
dpa
Bild: Am 19. Dezember 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Nachfolger von Bischof Anton Schlembach in Speyer, die Amtseinführung folgte am 2. März 2008 im Dom. (Archivbild) | Uwe Anspach/dpa
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