Rote Karte für Rheinland-Pfalz beim Dienstwagen-Check

 

Rote Karte für Rheinland-Pfalz beim Dienstwagen-Check

Ein Lob verteilt die Deutsche Umwelthilfe nur für zwei Fahrzeuge rheinland-pfälzischer Kabinettsmitglieder und sieht einen «völlig absurden» Trend.

Berlin/Mainz (dpa/lrs) -

Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist nach einer Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mit zu viel klimaschädlichen Dienstwagen unterwegs. In einem Bundesländer-Ranking der DUH kam Rheinland-Pfalz auf den achten Platz und erhielt für die Flotte von Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) sowie seiner Ministerinnen und Minister in der Gesamtbewertung wie die Masse der Länder eine rote Karte. 

Auf den größten realen Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 kam der Auswertung zufolge innerhalb des rheinland-pfälzischen Kabinetts der Wagen von Schnieders Stellvertreterin, Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), mit 195 Gramm pro gefahrenem Kilometer. 

Eine grüne Karte für CO2-Emissionen von weniger als 93,6 Gramm pro Kilometer erhielten lediglich die Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt, Weinbau und Forsten, Christine Schneider, sowie Innenminister Achim Schwickert (beide CDU), die auf Elektrofahrzeuge zurückgreifen. 

Nur zwei Kabinettmitglieder bekommen grüne Karte 

Während der Chef der Staatskanzlei, Marcus Klein (CDU), Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sowie Justizminister Helmut Martin (CDU) laut Umwelthilfe Dieselfahrzeuge haben, sind die anderen Kabinettsmitglieder mit Plug-In-Hybriden unterwegs. 

Diese, kritisierte die DUH, hätten große Verbrennungs- und kleine Elektromotoren, absolvierten nur einen kleinen Teil der Fahrten elektrisch, beim Gros der Fahrten werde auf besonders spritdurstige Verbrennungsmotoren zurückgegriffen. Dennoch stellten Plug-In-Hybride den größten Anteil der Dienstwagen deutscher Spitzenpolitikerinnen und -politiker. 

Zumindest eine gelbe Karte für ihre Flotte bekamen bei der Gesamtschau die Landesregierungen von Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Schlusslichter sind demnach auch in diesem Jahr Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die laut Umwelthilfe vollständig auf batteriebetriebene Dienstwagen verzichten. 

Die DUH, die die Flotten im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 abgefragt hatte, monierte, dass Spitzenpolitikerinnen und -politiker insgesamt wieder zunehmend auf Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren setzten. Das sei im Jahr 2026 völlig absurd, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

dpa

Bild: Die Dienstwagen-Flotte des rheinland-pfälzischen Kabinetts bekam von der Deutschen Umwelthilfe keine gute Note. (Archivfoto) | Florian Wiegand/dpa

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Datum: 01.09.2026
Rubrik: Lokales
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