
Weniger Wein, aber Top-Qualität - Ernte so früh wie nie
Saarländische Winzer erwarten einen besonderen Jahrgang. Preissteigerungen sind laut Verband aktuell nicht geplant.
Perl (dpa/lrs) -
Der Jahrgang 2026 wird für die saarländischen Winzerinnen und Winzer ein «herausragender Qualitätsjahrgang» - bei zugleich deutlich reduzierter Erntemenge. Das ist das Ergebnis einer Zwischenbilanz, die der Präsident des Saarländischen Winzerverbandes, Philip M.A. Hoffmann, bereits während der noch laufenden Lese gezogen hat. «Was in diesem Jahr in die Keller kommt, ist von hervorragender Qualität. Das Traubenmaterial ist kerngesund, perfekt ausgereift und zeigt eine ausgeprägte, klare Aromatik», teilte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur mit.
Die vielen Sonnenstunden im Sommer und die trockene, luftige Witterung hätten sich in den Trauben deutlich bemerkbar gemacht. «Die lange Trockenheit zeigt genau die Auswirkungen auf die saarländischen Weine, die wir erwartet haben - und beim Ausbau werden wir daraus große Weine machen», sagte er.

So früh wie noch nie ist die Weinlese an der Obermosel gestartet. (Symbolbild) | Harald Tittel/dpa
Zugleich stehe bereits fest, dass es aus dem Saarland in diesem Jahr weniger Wein geben werde. Im Schnitt rechne der Verband mit 35 bis 40 Prozent geringeren Erträgen. Die Rückmeldungen der Betriebe fielen dabei sehr unterschiedlich aus und reichen von 15 bis zu 60 Prozent Mindermenge.
Regen hat gefehlt
Entscheidend sei der Untergrund gewesen: «Dadurch, dass die meisten Reben Zugang zum Grundwasser hatten, konnten unsere Burgundersorten über den Muschelkalkboden aus den Ausläufern des Pariser Beckens durchgehend mit Wasser versorgt werden», so der Verbandspräsident.
Bei der Menge schlage die Trockenheit dagegen spürbar durch. Auch dort, wo die Grundversorgung über das Grundwasser sichergestellt gewesen sei, habe schlicht der Regen gefehlt. «Das spüren wir bei der Menge sehr deutlich», so Hoffmann.
Keine Preissteigerungen geplant
Die frühe Reifeentwicklung hatte sich bereits zum Lesebeginn abgezeichnet: Die Hauptlese an der Obermosel war am 26. August gestartet und damit so früh wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen des Leseausschusses in Perl.
Saarländischer Wein wachse nach Angaben des Winzerpräsidenten größtenteils an der Obermosel auf sehr mineralischen, kalkhaltigen Böden. Die saarländische Obermosel sei bekannt für ihre Burgundersorten: Grauburgunder, Auxerrois, Weißburgunder und Spätburgunder.
Die geringe Menge soll laut Hoffmann übrigens keine finanziellen Auswirkungen für die Verbraucher haben: «Preissteigerungen sind aktuell nicht geplant», teilte er auf Anfrage mit.
dpa
Bild: Der Präsident des Winzerverbandes ist überzeugt: Der neue Jahrgang aus dem Saarland werde eine herausragende Qualität haben. (Symbolbild) | Sebastian Kahnert/dpa
Berichterstattung regional und aktuell aus Koblenz und der Region Mittelrhein.















































