Desinfektionsmittel statt Wein - Hilfe für Winzer läuft an

 

Desinfektionsmittel statt Wein - Hilfe für Winzer läuft an

Der Weinkonsum geht zurück, viel Wein ist auf dem Markt - nicht einfach für Winzer. Die EU hat für zwei bedeutende Anbauregionen den Weg für eine Lösung frei gemacht. In Kürze läuft das Verfahren an.

Mainz (dpa/lrs) -

Eine Unterstützungsmaßnahme für die in der Krise steckende Weinbranche läuft in Kürze an. Ab Mitte September können Winzer aus den Anbaugebieten Rheinhessen und Württemberg Anträge für die sogenannte Krisendestillation stellen, wie das rheinland-pfälzische Weinbauministerium in Mainz mitteilte.

Hintergrund ist, dass zu viel Wein auf dem Markt ist. Angesichts dessen können Winzer aus Rheinhessen und Württemberg, dem größten beziehungsweise viertgrößten der 13 Anbaugebiete in Deutschland, künftig überschüssige Mengen auch zu Industriealkohol weiterverarbeiten. Dem hatte die EU-Kommission nach einem deutschen Antrag zugestimmt. Zugelassen sind Weine des Jahrgangs 2025 und älter.

Winzer müssen zunächst Mengen melden

Destillieren die Winzer aus den beiden Anbaugebieten Rotweine oder Roséweine zu Industriealkohol, bekommen sie dafür eine finanzielle Förderung von 43 Cent pro Liter. Hinzu kommen 16 Cent pro Liter für Logistik- und Brennkosten. Die EU stellt nach Angaben des Ministeriums in Mainz Rheinland-Pfalz dafür 10,33 Millionen Euro aus der EU-Agrarreserve zur Verfügung. Damit könne die Destillation von bis zu 17,5 Millionen Litern Wein unterstützt werden.

Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, darf bei der Krisendestillation gewonnener Alkohol ausschließlich für industrielle Zwecke genutzt werden, etwa für Desinfektionsmittel und Energie. Eine Verwendung für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist nicht zulässig. Interessierte Winzer müssen in einem ersten Schritt beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) die Menge an Wein angeben, die sie destillieren möchten.

dpa

Bild: Möglich gemacht wird die sogenannte Krisendestillation für Rot- und Roséweine aus Rheinhessen und Württemberg. (Archivfoto) | Hannes P. Albert/dpa

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Datum: 11.09.2026
Rubrik: Lokales
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