
Verivox: Netzentgelte für Strom und Gas steigen 2027
Die Strom- und Gasnetzentgelte legen im kommenden Jahr bundesweit zu. Gilt das auch für Rheinland-Pfalz und das Saarland?
Mainz/Saarbrücken (dpa/lrs) -
Zum Jahreswechsel 2027 müssen sich Verbraucher in Deutschland auf höhere Energiekosten einstellen. Sie entwickeln sich in Rheinland-Pfalz aber anders als im Saarland. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox auf Basis der bisher veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber.
Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Sie sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Über die Netzentgelte wird unter anderem der teure Ausbau der Stromnetze finanziert. Beim Gas machen die Netzentgelte für Haushaltskunden laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft etwa ein Fünftel des Preises aus.
Netzentgelte bei Strom
Trotz milliardenschwerer staatlicher Zuschüsse steigen die Stromnetzgebühren zum Jahreswechsel bundesweit um durchschnittlich 1,9 Prozent, wie Verivox mitteilte. Die Kosten erhöhen sich damit durchschnittlich von 428 Euro auf 436 Euro brutto (8 Euro).
In Rheinland-Pfalz sinken die Stromnetzkosten den Angaben zufolge entgegen dem Bundestrend minimal - um 0,7 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeute das rein rechnerisch weniger Kosten von rund 4 Euro brutto.
Im Saarland dagegen erhöhen sich die Stromnetzentgelte viel stärker als im Bundesdurchschnitt - um 7,8 Prozent oder rechnerisch 38 Euro.
Bundeszuschuss sinkt – Netzgebühren steigen
Ein Grund für die steigenden Netzgebühren ist laut Verivox der sinkende Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten. Während der Bund im Jahr 2026 noch 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt hatte, sind für 2027 noch 5,525 Milliarden Euro vorgesehen. Das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent.
Netzentgelte bei Gas
In Rheinland-Pfalz steigen die Gasnetzkosten laut Portal um 4,4 Prozent. Für eine Familie in einem Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entstehen dadurch laut Verivox Mehrkosten in Höhe von 27 Euro pro Jahr. Das ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt mit einem Plus von 3,0 Prozent und 19 Euro.
Im Saarland legen die Netzgebühren laut Verivox um 2,6 Prozent oder - genau wie im Bundesdurchschnitt - 19 Euro zu.
Der Gasverbrauch sei in Deutschland seit dem Wegfall des russischen Pipeline-Gases im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen, sodass sich die Netzkosten auf weniger Kilowattstunden verteilen. Das lasse die Gasnetzentgelte tendenziell ansteigen, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Flächendeckende Preiserhöhungen
Neben den steigenden Gasnetzentgelten sorgen laut Verivox aber auch die seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Großhandelspreise für Preisdruck. Sie seien seit Februar 2025 um rund 5 Cent (netto) pro Kilowattstunde in die Höhe geschossen, was einem Preisanstieg von rund 140 Prozent entspreche.
Verivox erwartet zum Jahreswechsel flächendeckende Preiserhöhungen, bei denen die Gasversorger die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Sie werden sich je nach aktuellem Tarif zwischen 10 und 20 Prozent bewegen.
Verivox hat eigenen Angaben zufolge die vorläufigen Strom- und Gasnetzentgelte für das Jahr 2026 ausgewertet, die von den Netzbetreibern ab Mitte Oktober veröffentlicht werden.
dpa
Bild: Die Menschen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland müssen sich 2027 auf höhere Energiekosten einstellen. (Archivbild) | Sina Schuldt/dpa
Nachrichten aus der Region 56















































