Schluss mit dem «Schilder-Dschungel» – Pfälzerwald räumt auf

 

Schluss mit dem «Schilder-Dschungel» – Pfälzerwald räumt auf

Was Orientierung geben soll, ist über die Jahre zum Durcheinander geworden. Nun erhält das Wegenetz sozusagen eine Frischzellenkur.

Lambrecht (dpa/lrs) -

Weniger Schilderwirrwarr, stattdessen digitale Wegemeldungen und eine bessere Besucherlenkung: Der Pfälzerwald bekommt ein grundlegend neu strukturiertes Wanderwegenetz. Der Hauptvorsitzende des Pfälzerwald-Vereins (PWV), Martin Brandl, spricht von einem «Jahrhundertprojekt». Es gehe darum, das Grundwanderwegenetz in die Moderne zu übertragen und den Naturschutz zu stärken, sagte Brandl über die Initiative von Bezirksverband-Pfalz, Pfalz-Touristik und PWV. «Ein Riesenerfolg.»

Die Gründungsväter des PWV hätten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Pfälzerwald mit ihrem Wegenetz erschlossen und Pionierarbeit geleistet. Dies bilde nach wie vor die Grundlage für den Pfälzerwald als Wanderdestination, sagte Brandl der Deutschen Presse-Agentur. In der jüngeren Vergangenheit habe es jedoch «einen Wildwuchs» an Markierungen und Schildern gegeben.

Digitalisierung wird wesentlicher Baustein

Nach dem Wegfall früherer Markierungsmonopole in den 1990er Jahren war das Netz nahezu zum «Schilder-Dschungel» geworden. Dessen Pflege sei für die ehrenamtlichen Wegewarte kaum noch zu bewältigen gewesen, hieß es.

Künftig sollen die Markierungen nach dem Leitfaden des Landes vereinheitlicht werden. Das schaffe Übersichtlichkeit und eröffne neue Möglichkeiten für die touristische Vermarktung, meinte Brandl. Die Zahl der Markierungen werde reduziert, die Orientierung für Wanderer damit einfacher. Die Wegewarte des Pfälzerwald-Vereins blieben das «Rückgrat» der Markierungspflege.

Martin Brandl ist Hauptvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins. (Archivbild)

Martin Brandl ist Hauptvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins. (Archivbild) | Wolfgang Jung/dpa

Ein wesentlicher Baustein sei die Digitalisierung. Geprüft wird zudem eine App, mit der Wanderer Schäden und fehlende Markierungen melden könnten. Gerade mit Blick auf die Kernzonen des Pfälzerwaldes sei darauf geachtet worden, sensible Gebiete zu schützen, betonte Brandl. In bestimmten Bereichen könnten Wanderer gezielter gelenkt werden, so dass andere Gebiete entlastet würden. «Wir werden eine deutlich verbesserte Besucherlenkung haben.» Das komme dem Naturschutz zugute.

Woher das Geld kommt

Für die nächste Projektphase fließen dem PWV-Hauptvorsitzenden zufolge rund 1,5 Millionen Euro Landesförderung. Das Land übernehme damit 75 Prozent der Kosten. Die übrigen 25 Prozent sind als kommunaler Eigenanteil vorgesehen. 24 Kommunen hätten ihre Unterstützung zugesagt, sagte Brandl.

Der Pfälzerwald-Verein habe das Vorhaben nachhaltig angestoßen. In der Corona-Zeit habe sich eine Gelegenheit ergeben, Fördermittel für den Tourismus zu nutzen. «Wir waren diejenigen, die es in der ersten Phase maßgeblich vorangetrieben haben», meinte Brandl. Der Pfälzerwald-Verein wurde 1902 gegründet und feiert 2027 sein 125-jähriges Bestehen.

dpa

Bild: Der Pfälzerwald bekommt ein grundlegend neu strukturiertes Wanderwegenetz. (Archivbild) | Uwe Anspach/dpa

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Datum: 22.10.2026
Rubrik: Lokales
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