Evonik kritisiert BASF-Angebot: «Merkwürdiger Zeitpunkt»

 

Evonik kritisiert BASF-Angebot: «Merkwürdiger Zeitpunkt»

BASF meldete Übernahmepläne, nachdem Evonik-Chef Christian Kullmann krankheitsbedingt ausgefallen war. Finanzchef Michael Rauch nennt den Zeitpunkt «merkwürdig».

Essen (dpa) -

Der Chemiekonzern Evonik hat kritisiert, dass BASF seine Übernahmepläne nach der Veröffentlichung eines krankheitsbedingten Ausfalls von Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann bekannt gemacht hat. «Das Sondierungsangebot von BASF kam (...) sehr überraschend für uns und zu einem wirklich merkwürdigen Zeitpunkt. Nämlich genau, nachdem wir melden mussten, dass unser langjähriger Vorstandschef Christian Kullmann krankheitsbedingt vorübergehend ausfallen wird», sagte Finanzvorstand Michael Rauch in einem Video auf dem Netzwerkportal Linkedin. Eine Übersetzung des auf Englisch gehaltenen Statements wurde Journalisten von Evonik zur Verfügung gestellt.

Rauch betonte, dass Evonik «ein starkes Unternehmen, ein weltweit führender Anbieter in der Spezialchemie» sei. Dass man damit für andere Unternehmen interessant sei, sei gut nachvollziehbar. «Genauso klar möchte ich aber sagen: Evonik ist groß genug, Evonik ist stark und wir machen Evonik gerade noch stärker. Unser Portfolio wird nach den Maßnahmen, die wir derzeit umsetzen, noch mal viel attraktiver sein.»

Der Evonik-Finanzchef wünschte Kullmann in dem Statement gute Genesung und sagte: «Wir kämpfen hier weiter für Dich und die Stärke von Evonik, lieber Christian».

Evonik: Verhandeln nicht mit BASF über Übernahme

Evonik hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass man auf der Basis der bis dahin vorliegenden Informationen nicht mit der BASF über eine Übernahme verhandele. «Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert», hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen signalisierte gleichzeitig die «Bereitschaft zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit der BASF» über die Positionen der beiden Unternehmen.

Evonik hatte zuvor Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach blickt der Chemiekonzern nach einem deutlichen Anstieg des operativen Gewinns im dritten Quartal noch etwas optimistischer auf das Gesamtjahr. Mittlerweile erscheine ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in der oberen Hälfte der im Sommer auf 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro angehobenen Spanne wahrscheinlich, teilte der MDax-Konzern mit.

dpa

Bild: Evonik hat kritisiert, dass BASF seine Übernahmepläne nach der Bekanntgabe einer Erkrankung des Evonik-Vorstandschefs Kullmann bekannt gemacht hat. (Symbolbild) | Helge Toben/dpa

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Datum: 03.11.2026
Rubrik: Lokales
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