
BASF enttäuscht mit starkem Rückgang beim operativen Gewinn
BASF überrascht mit einem unerwartet schwachen Betriebsgewinn – trotz leicht gestiegener Verkaufszahlen drücken Preise und Währungen die Bilanz.
Ludwigshafen (dpa/lrs) -
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im vergangenen Jahr stärker mit der Branchenkrise zu kämpfen gehabt als gedacht. Der operative Gewinn ging empfindlicher zurück als vom Unternehmen selbst in Aussicht gestellt, wie die Ludwigshafener am Donnerstagabend nach Börsenschluss überraschend mitteilten. Zwar stiegen die verkauften Mengen leicht. Doch niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte belasteten. Anleger zeigten sich enttäuscht und ließen die im Dax notierte Aktie am Freitag fallen.
Der Konzern hat im abgelaufenen Jahr weniger verdient als selbst und von Experten erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen habe 2025 bei 6,6 Milliarden Euro gelegen, hieß es vom Unternehmen. Die von BASF prognostizierte Bandbreite lag bei 6,7 bis 7,1 Milliarden. Zuletzt hatte der Konzern noch ein Ergebnis am unteren Ende der Spanne in Aussicht gestellt. Experten waren von 6,7 Milliarden ausgegangen. 2024 hatte der operative Gewinn noch bei 7,2 Milliarden gelegen. Den Rückgang begründete BASF mit niedrigeren Margen und negativen Währungseffekten.
Sinkender Umsatz
Der Umsatz sank 2025 von 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 59,7 Milliarden. Dies lag in etwa im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Unterm Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn voraussichtlich von 1,3 auf 1,6 Milliarden Euro. Zwar hatte BASF höhere Umbaukosten als ein Jahr zuvor zu schultern. Dafür gab es aber einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag der Beteiligung am Ölkonzern Wintershall Dea und einen Sonderertrag aus dem Verkauf des Bautenanstrichmittelgeschäfts an den US-Konzern Sherwin-Williams.
Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) lag bei 1,3 Milliarden Euro und damit über dem Vorjahreswert von 700 Millionen sowie den Konzern- und Expertenerwartungen. Im Vergleich zum Vorjahr sei der freie Mittelzufluss durch niedrigere Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen gestützt worden.
Stammwerk Ludwigshafen unter Druck
BASF leidet seit längerem unter der schwachen Konjunktur in der Chemiebranche, darunter einem Überangebot bei Basischemikalien auf den Weltmärkten. Dazu kommt die Wirtschaftsflaute in Deutschland, die sich auf wichtige Chemiekunden wie die Autoindustrie auswirkt.
Bei BASF steht besonders das Stammwerk Ludwigshafen unter Druck wegen im internationalen Vergleich hoher Energiekosten. Der Chemiekonzern hat mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Im Dezember hatten sich BASF und die Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung erzielt, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt. Mit mehr als 30.000 Beschäftigten arbeitet gut ein Drittel der weltweiten BASF-Beschäftigten im Stammwerk.
Ende Oktober kündigte Konzernchef Markus Kamieth zudem eine starke Drosselung der Investitionen an. Betroffen war auch der Wachstumsmarkt China. Die Investitionen in den neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang würden bei 8,7 Milliarden Euro liegen, hieß es. Das sind 1,3 Milliarden weniger als ursprünglich kalkuliert.
dpa
Bild: Bei BASF ist es im vorigen Jahr nicht rund gelaufen. (Archivbild) | BASF/dpa
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