
Bahn-Gewerkschaftschef sieht «neue, schlimme Qualität»
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter äußert sich Gewerkschaftschef Martin Burkert bestürzt - und richtet gleich mehrere Forderungen an die Politik.
Nürnberg/Landstuhl (dpa) -
Durch den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz sieht der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für Bahnmitarbeiter eine «neue, schlimme Qualität» erreicht.
«Der Kollege hat keinen Fehler gemacht, soweit wir wissen, ist behutsam vorgegangen und ist am Ende seinen schweren Kopfverletzungen erlegen, obwohl es noch Hilfe im Zug gab», sagte EVG-Chef Martin Burkert am Nürnberger Hauptbahnhof. Dort fand wie an mehreren Bahnhöfen bundesweit um 15.00 Uhr eine Schweigeminute statt.
Eine Umfrage der Gewerkschaft unter Bahnmitarbeitern habe ergeben, dass 32 Prozent der Befragten Angst hätten, in die Arbeit zu gehen, sagte Burkert. «Das ist ein unglaublich hoher Wert.»
EVG: Mitarbeiter sollen nicht allein in Regionalzügen unterwegs sein
Um die Sicherheit von Zugbegleiterinnen und Zugbegleitern zu verbessern, fordere die Gewerkschaft seit langem vor allem eine Doppelbesetzung in Regionalzügen - damit nicht ein Mitarbeiter allein im Zug unterwegs sein muss.
«Dafür sind die Länder verantwortlich», sagte Burkert. «Die müssen einfach eine Doppelbesetzung bezahlen.» Helfen würde aus seiner Sicht auch, Bahnmitarbeiter durchgehend mit Bodycams auszustatten und das Angebot von Notfallknöpfen auszuweiten.
dpa
Bild: Martin Burkert nahm am Nürnberger Bahnhof an der Schweigeminute für den getöteten Zugbegleiter teil. | Daniel Löb/dpa
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