Was eine Bahn-Ausbilderin über den Einsatz von Bodycams sagt

 

Was eine Bahn-Ausbilderin über den Einsatz von Bodycams sagt

Ob und wann im Zug eine Kamera eingeschaltet wird, hängt oft vom persönlichen Sicherheitsempfinden ab. Schulungen sollen auch helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Neustadt/Wstr. (dpa/lrs) -

Mehr Bodycams, ein weiter entwickelter Hilferufknopf und höherwertige Ausrüstung: Das ist das Ergebnis eines hochrangigen Treffens zum Thema Sicherheit im Bahnverkehr in Berlin. Eine Kundenbetreuerin in Rheinland-Pfalz, die das betrifft, ist Jennifer Morasch. Die 35-Jährige kontrolliert aber nicht nur Fahrgäste: Morasch trainiert auch Kolleginnen und Kollegen der Bahn im Nahverkehr. Dabei ist der jüngste Tod eines Zugbegleiters bei einer Ticketkontrolle in der Pfalz ein ständiges Thema.

«Die Nachfrage nach Bodycams ist zuletzt gestiegen», schildert Morasch. Wenn sie selbst Schichten fährt, ist sie in der Pfalz unterwegs. Das Qualifizierungszentrum ist in Mannheim. «2025 gab es zwei Ausbildungsgruppen, dazu Fortbildungsunterricht und auch Tierabwehrsprayschulung», erzählt sie.

Zwei kontrollieren sicherer als einer

Kundenbetreuer werden im Training über Nutzen, Zweck und Verwendung von Bodycams informiert, zudem über rechtliche Grundlagen. «Danach üben wir in Rollenspielen den praktischen Einsatz. Wir versuchen unter anderem, Einsätze zu rekonstruieren, die Kolleginnen und Kollegen schon erlebt haben.»

Bodycams würden ein größeres Sicherheitsgefühl verleihen und führten zu einer besseren Beweislage, betont Morasch. Und wann sollte man sie einschalten? Darauf gäbe es keine allgemeine Antwort. «Jeder hat sein eigenes Sicherheitsempfinden», sagt sie. «Deswegen macht man am Anfang einen sogenannten Präsenzgang durch den Zug, um die Gesamtlage einzuschätzen.» Zu zweit zu kontrollieren - statt allein - fände Morasch sinnvoll. «Es macht Eindruck, wenn da zwei Menschen stehen.»

Wann eine Bodycam eingeschaltet wird

Anders als vielleicht viele denken, zeichnet eine Bodycam nicht permanent auf. «Sie wird präventiv getragen. Bei brenzligen Lagen kann man dann den Einsatz androhen.» Manchmal befriedet schon das eine Situation. «Nur, weil mir einer ein Ticket nicht zeigt, schalte ich nicht ein», betont sie.

Dass noch in diesem Jahr alle Beschäftigte mit Kundenkontakt auch im Fernverkehr mit Bodycams ausgestattet werden sollen, wie es am Freitag in Berlin angekündigt wurde, findet Morasch nachvollziehbar. Die dortigen Zugbegleiter, sagt die Ausbilderin, hätten doch die gleichen Probleme wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Nahverkehr.

dpa

Bild: Ihr Training leitet Morasch im Qualifizierungszentrum Mannheim. | Uwe Anspach/dpa

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Datum: 13.02.2026
Rubrik: Lokales
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