Saarland will geschlechtersensible Medizin stärken

 

Saarland will geschlechtersensible Medizin stärken

Frauen und Männer zeigen bei Krankheiten oft unterschiedliche Symptome. Das Saarland möchte deshalb, dass Frauen in der Medizin wichtiger werden.

Saarbrücken (dpa/lrs) -

Im Saarland soll geschlechtersensible Medizin gestärkt werden. Frauen und Männer müssten bei manchen Krankheitsbildern unterschiedlich behandelt werden, weil Körper und Krankheiten oft verschieden seien, heißt es dazu in einer von SPD und CDU gemeinsam beschlossenen Erklärung. 

Dies könne im Einzelfall «gravierende Folgen» haben, weil sich beispielsweise bei einem Herzinfarkt die Symptome unterscheiden. Die medizinische Forschung habe sich bisher überwiegend an Männern orientiert. Dabei seien geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomatik und Therapiewirkung nicht systematisch berücksichtigt worden.

«Eine moderne Medizin darf nicht davon ausgehen, dass alle Menschen gleich sind», sagte Christina Baltes (SPD). «Diese Unterschiede sind alles andere als nebensächlich», sagte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Toscani. «Wer diese Unterschiede nicht kennt, stellt die falsche Diagnose.» 

Mehr Forschung nötig  

Wenn die Unterschiede berücksichtigt würden, könnten auch die Folgekosten im Gesundheitssystem reduziert werden, heißt es in der gemeinsamen Entschließung. Neben biologischen Faktoren führten auch soziale Faktoren zu vielen Unterschieden in der Gesundheit zwischen den Geschlechtern. 

Die vom Bund finanzierte Forschung zu geschlechtersensibler Medizin und die Krebsvorsorge müssten weiter gestärkt werden. Die Versorgung bei der Unterleibskrankheit Endometriose im Saarland etwa müsse verbessert werden. Auf Bundesebene müsse mehr Geld für die Forschung und Versorgung dieser Krankheit ausgegeben werden. Ärzte sollten künftig Kenntnisse in geschlechtersensibler Medizin nachweisen müssen.

dpa

Bild: Der Saar-Landtag will mehr Fokus auf Frauengesundheit (Symbolbild) | Oliver Dietze/dpa

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Datum: 18.03.2026
Rubrik: Lokales
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