
Schneller Wechsel: Books Spürnase nun beim BVB gefragt
Das ging schnell: Borussia Dortmund eist Wunschkandidat Nils-Ole Book aus Elversberg los. Für den gebürtigen Westfalen eine Herzensangelegenheit. Die Herausforderung ist groß.
Dortmund (dpa) -
Aus der saarländischen Provinz ins westfälische Rampenlicht: Nils-Ole Book soll den Revierriesen Borussia Dortmund wieder titelreif machen. Im Eiltempo hat der Bundesligazweite den Wechsel auf dem Posten des Sportdirektors vollzogen. Einen Tag nach der zu dem Zeitpunkt überraschenden Trennung von Club-Legende Sebastian Kehl präsentierten die Dortmunder schon ihre Wunschlösung: Den 40 Jahre alten gebürtigen Westfalen Book, der einen Vertrag bis 2029 erhält.
«Borussia Dortmund ist ein besonderer Verein für mich mit einer emotionalen Verbindung seit Kindheitstagen. Nicht nur deshalb möchte ich der SV Elversberg, allen voran Dominik Holzer, dafür danken, dass ich meine Arbeit in Dortmund direkt beginnen kann», sagte Book, der nur 60 Kilometer von Dortmund entfernt in Beckum geboren wurde.
In der Provinz hochgearbeitet und einen Dorfclub entwickelt
Bei den Saarländern, die er von der Regionalliga in die Spitzengruppe der zweiten Liga geführt hatte, hatte er erst im Oktober seinen Vertrag verlängert. Bis wann, war seinerzeit nicht kommuniziert worden. Klar ist aber, dass der BVB eine Ablösesumme zahlen muss. «Obwohl er noch jung ist, besitzt er bereits sehr viel Erfahrung in der Branche», sagte Dortmunds Clubchef Carsten Cramer.
In Dortmund versprechen sie sich vom Newcomer ein ähnliches Näschen auf dem Transfermarkt wie in Elversberg, nur einige Regale höher. «Wir haben großes Vertrauen in Ole und seine Expertise, wenn es darum geht, kreative und mutige Ideen auf dem Transfermarkt zu entwickeln», sagte Dortmunds Sportchef Lars Ricken. In Elversberg hatten die genannten kreativen Ideen zu den Toptransfers Nick Woltemade, Fisnik Asllani, Younes Ebnoutalib und Paul Wanner geführt. Bei der SVE hatte sich der frühere Profi von Rot Weiss Ahlen, dem MSV Duisburg und der SV Wehen Wiesbaden vom Scout zunächst zum Sportdirektor und später zum Sportvorstand hoch gearbeitet.
Transfernäschen einige Regale höher gefragt
«Ich verfolge seine hervorragende Arbeit in Elversberg zunächst als Sportdirektor und zuletzt als Sportvorstand schon lange und bin absolut überzeugt, dass Ole fachlich und menschlich sehr gut zu uns passt», sagte Ricken über seinen «Wunschkandidaten», der ab Mittwoch in Dortmund loslegen und dann auch offiziell vorgestellt werden soll.

Carsten Cramer und Lars Ricken wollen Borussia Dortmund wieder titelreif machen (Archivbild). | Harry Langer/dpa
Die Herausforderungen sind groß. Der BVB befindet sich im Umbruch. Insbesondere das Aus in der Achtelfinal-Qualifikationsrunde der Champions-League gegen Atalanta Bergamo drückte bei den Bossen aufs Gemüt. Die nun entgangenen Millionen hatte der Club seltsamerweise bereits einkalkuliert. Cramer, der Hans-Joachim Watzke im November als Clubchef gefolgt war, will die Dortmunder wieder näher an den FC Bayern heranführen.
«In den Gesprächen haben wir schnell gemerkt, dass Ole extrem großen Erfolgshunger, hohe Ambitionen und enormen Teamgeist in sich trägt. Das deckt sich mit unseren Werten und dem, was wir bei Borussia Dortmund verkörpern wollen. Jetzt geht es darum, die Zukunft unseres Vereins mutig und erfolgreich zu gestalten», sagte Cramer.
Große Herausforderungen warten
Book muss nun schnell die Kaderplanung vorantreiben. Unter anderem Abwehrspieler Niklas Süle und Offensivmann Julian Brandt verlassen den Club. Bei weiteren potenziellen Stammspielern ist offen, ob sie bleiben. Wichtigste Aufgabe aber ist die Vertragsverlängerung mit Nationalspieler Nico Schlotterbeck. Der Verteidiger, dessen Vertrag im Sommer 2027 ausläuft, soll unbedingt gehalten werden und die Dortmunder Mannschaft als Führungsfigur langfristig prägen.

An seiner Arbeit gab es zuletzt viel Kritik: Sebastian Kehl musste als Sportdirektor in Dortmund gehen. (Archivbild) | Bernd Thissen/dpa
An Kehls Arbeit hatte es seit Monaten Kritik gegeben. Verpflichtungen von internationalen Top-Talenten, die beim BVB zu Stars wurden und für viel Geld verkauft wurden, hatte es zuletzt immer weniger gegeben. Zudem gab es den Vorwurf, Mittelmäßigkeit für viel zu viel Geld eingekauft zu haben. Der frühere Nationalspieler war als Profi und Funktionär fast ein Vierteljahrhundert beim westfälischen Traditionsclub tätig gewesen.
dpa
Bild: Nils-Ole Book erhält als Nachfolger von Sebastian Kehl einen Vertrag bis 2029 in Dortmund (Archivbild). | Andreas Gora/dpa
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