AfD-Chef will Partei in Rheinland-Pfalz tiefer verankern

 

AfD-Chef will Partei in Rheinland-Pfalz tiefer verankern

Die AfD wird die stärkste Oppositionskraft im Mainzer Parlament. Diese neue Stärke will die Partei auch für das Einrichten von Untersuchungsausschüssen nutzen.

Mainz (dpa/lrs) -

Die AfD will nach dem Wahlerfolg in Rheinland-Pfalz die Partei noch stärker im Bundesland etablieren. Mit künftig 24 Abgeordneten im Landtag werde die AfD eine ganz andere Präsenz in der Fläche haben, sagte Partei- und Fraktionschef Jan Bollinger in Mainz. «Unsere Abgeordneten werden Wahlkreisbüros einrichten, werden nah bei den Menschen sein, werden dafür sorgen, dass wir die Bürger ansprechen und die AfD noch tiefer in Rheinland-Pfalz verankern.» 

Im Parlament werde die AfD künftig in den Ausschüssen mit drei Abgeordneten vertreten sein können. Die Redezeit ändere sich und als Oppositionsführer könne er in den Debatten direkt nach dem Ministerpräsidenten sprechen, sagte Bollinger, der sich am Mittwoch erneut zur Wahl des Fraktionsvorsitzenden stellen will. «Das wertet uns dort enorm auf.» Im neuen Landtag will die AfD als stärkste Oppositionsfraktion zügig einen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie einrichten. 

AfD-Fraktionschef: Erfolg auch wegen sozialer Medien 

Die AfD hat bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz von allen Parteien die höchsten Zuwächse erzielt. Die Partei konnte ihr Ergebnis (2021: 8,3 Prozent) mehr als verdoppeln und erreichte mit 19,5 Prozent ihren bisher besten Wert in einem westdeutschen Bundesland. Nach Wahlsieger CDU mit 31,0 und der SPD mit 25,9 Prozent kam die AfD damit auf den dritten Platz. Mit den Grünen (7,9 Prozent) ist noch eine weitere Partei im neuen Landtag vertreten. 

Die hohe Zustimmung der AfD gerade von Jüngeren bei der Landtagswahl liegt nach Einschätzung des Parteivorsitzenden auch an der Mediennutzung. «Junge Menschen informieren sich stärker über soziale Medien, wo nicht so viel eingeordnet wird, sondern wo sie sich eben selbst Informationen zusammentragen und ein eigenes Bild machen.»

dpa

Bild: Im künftigen Landtag von Rheinland-Pfalz wird die AfD als stärkste Oppositionskraft mit 24 Abgeordneten vertreten sein. (Archivbild) | Florian Wiegand/dpa

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Datum: 23.03.2026
Rubrik: Lokales
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