Traditionen aus Rheinland-Pfalz auf dem Weg zum Kulturerbe

 

Traditionen aus Rheinland-Pfalz auf dem Weg zum Kulturerbe

Edelsteinhandwerk aus Idar-Oberstein und Trockenmauern sollen Kulturerbe werden. Was hinter den uralten Traditionen steckt und warum Rheinland-Pfalz darauf stolz ist.

Mainz (dpa/lrs) -

Die jahrhundertealte Edelsteinbearbeitung in der Region Obere Nahe und das Handwerk Trockenmauerbau sollen in das «Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes» aufgenommen werden. Das teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) mit. Die Landesregierung habe die beiden Anträge fristgerecht an die Kultusministerkonferenz (KMK) weitergegeben. Die finale Entscheidung über die Aufnahme in das Verzeichnis fällen die KMK sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Uralte Traditionen, handwerkliches Können und regionale Bräuche

«Wenn wir an unser kulturelles Erbe denken, denken wir oft zuerst an römische Monumente, mittelalterliche Kirchen, Burgen und Schlösser oder goldene Schätze – doch der kulturelle Reichtum unseres Landes ist noch viel größer. Uralte Traditionen, handwerkliches Können und regionale Bräuche leben von Generation zu Generation weiter», sagte Innenminister Michael Ebling laut Mitteilung. Genau das zeigten die beiden aktuellen Bewerbungen aus Rheinland-Pfalz in besonderer Weise.

In der Region Obere Nahe mit ihrem Zentrum Idar-Oberstein ist die Verarbeitung von Edelsteinen dem Ministerium zufolge seit Jahrhunderten bezeugt. Bereits im 14. Jahrhundert wurden dort Achate, Jaspis, Amethyst und Bergkristall gefunden, zunächst oberirdisch gesammelt, später in kleinen Minen und Gruben abgebaut. 

Der Trockenmauerbau ist ein traditionelles Handwerk, das seit Jahrhunderten in vielen Regionen Deutschlands praktiziert wird, besonders in den Weinbaugebieten und Mittelgebirgslandschaften. Dabei werden Natursteine ohne Mörtel zu stabilen Mauern geschichtet.

168 Kulturformen im Verzeichnis

Im Verzeichnis sind derzeit 168 lebendige Kulturformen sowie Modellprogramme der Erhaltung immateriellen Kulturerbes eingetragen, darunter zehn aus Rheinland-Pfalz. Zuletzt wurde im Jahr 2025 die Geißbocktradition zwischen den pfälzischen Städten Deidesheim und Lambrecht aufgenommen. Darüber hinaus ist Rheinland-Pfalz mit der Genossenschaftsidee sowie der Kulturtechnik der Wiesenbewässerung zweimal auf der internationalen Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vertreten.

dpa

Bild: Die Edelsteinbearbeitung in der Region Obere Nahe mit dem Zentrum Idar-Oberstein soll in das «Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes» aufgenommen werden. | Uli Deck/dpa

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Datum: 01.04.2026
Rubrik: Lokales
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