
Prozess begonnen - Sprengung von Geldautomaten unterstützt?
Vier Männer aus dem Ruhrgebiet sollen Fahrzeuge organisiert haben, mit denen die Täter nach dem Diebstahl entkommen konnten. Nach ihrer Festnahme stehen sie nun im Saarland vor Gericht.
Saarbrücken (dpa) -
Im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen hat vor dem Landgericht Saarbrücken ein Prozess gegen vier Angeklagte begonnen. Die Männer aus Nordrhein-Westfalen sollen gezielt Fahrzeuge für Täter organisiert und daran verdient haben – ihnen wird demnach unter anderem bandenmäßiger schwerer Diebstahl vorgeworfen.
«Taten gezielt gefördert»
Der Staatsanwaltschaft zufolge sollen hochmotorisierte Autos bewusst an Täterkreise – vor allem aus den Niederlanden – vermietet worden sein, damit diese Geldautomaten sprengen konnten. «Die Angeschuldigten haben diese Taten nicht nur in Kauf genommen, sondern gezielt gefördert», sagte Oberstaatsanwalt Christian Nassiry zum Auftakt. Die Männer aus Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Gelsenkirchen und Duisburg sollen prozentual an der Beute beteiligt gewesen sein.
Die Anklage geht von einer arbeitsteilig organisierten Bande aus. Ein Beschuldigter soll Kontakte zu den Sprengern unterhalten haben, andere Fahrzeuge beschafft und weitergegeben haben. Zudem sollen GPS-Daten überwacht und Medienberichte verfolgt worden sein, um die Taten nachzuvollziehen und Ansprüche auf Beuteanteile durchzusetzen.
Hohe Summen erbeutet
Konkret wird den Angeklagten sozusagen ein «logistischer Teil» mehrerer Geldautomatensprengungen zur Last gelegt – unter anderem in Hillesheim (Rheinland-Pfalz), Hemmersdorf (Saarland) und Lindenfels (Hessen) 2024. Darüber hinaus geht es um Taten 2021 und 2022, darunter in Borchen (Nordrhein-Westfalen), Melle (Niedersachsen) sowie weitere bislang nicht näher bezeichnete Tatorte.
Insgesamt umfasst die Anklage sieben Sprengungen. Die Täter sollen hohe Summen erbeutet haben. Allein bei drei Taten im Sommer 2024 waren es demnach mehr als 280.000 Euro. Der Sachschaden liegt insgesamt bei mehreren hunderttausend Euro.
Festnahme bei Durchsuchungen
Nach Überzeugung der Ermittler reichen die Aktivitäten der Gruppe über Jahre zurück. Bereits frühere Taten sollen nach demselben Muster abgelaufen sein: Fahrzeuge werden organisiert, an Täter übergeben und nach Sprengungen zurückgeführt.
Die vier Angeklagten waren im August 2025 in Nordrhein-Westfalen bei Durchsuchungen festgenommen worden. Das Verfahren im Saarland ist zunächst bis Anfang Juli terminiert, nächster Termin ist der 30. April (11.00 Uhr). Im Falle einer Verurteilung drohen mehrjährige Haftstrafen.
dpa
Bild: Im Prozess geht es um bundesweit sieben Anschläge zwischen 2022 und 2024. | Laszlo Pinter/dpa
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