
Zahl der Hitzetoten steigt im Saarland laut RKI weiter
Im Saarland sterben im Ländervergleich überdurchschnittlich viele Menschen wegen Hitze. Dieses Jahr sind die Zahlen besonders hoch.
Mainz/Berlin (dpa/lrs) -
In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) im Saarland bereits mehr als 500 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Es gab bisher geschätzt 520 hitzebedingte Sterbefälle, wie aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht hervorgeht. In den fünf Jahren davor waren es demnach zusammen nicht einmal die Hälfte, nämlich 250.
Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es im Saarland nach den neuesten Schätzungen bisher 2019 - damals waren es im gesamten Jahr etwa 160 Menschen.
Im laufenden Jahr kommen 52,6 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Saarland. Dieser Wert ist in keinem anderen Bundesland höher. Im vergangenen Jahr lag der Wert im Saarland bei 6,8.
Die Angaben, auch zu den vergangenen Jahren, variieren im Vergleich zu den RKI-Angaben im vorigen Wochenbericht. Laut Sprecherin liegt das daran, dass die Schätzungen jeden Monat neu berechnet werden - auch jene für die vergangenen Jahre. «Auch das Modell wird weiter entwickelt, daher kommen nicht zwingend die exakt gleichen Zahlen raus», erklärte sie.
Schätzung reicht bis Mitte August
Die Schätzung des RKI basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes.
Die Spanne der Schätzungen ist hoch: Je nach Berechnung kommen die Statistikerinnen und Statistiker des RKI auf 370 bis 680 hitzebedingte Sterbefälle bis Mitte August dieses Jahres im Saarland.
Die Hitzeperioden führten deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des RKI bisher zu rund 15.800 Sterbefällen. Damit starben in diesem Jahr auch bundesweit deutlich mehr Menschen infolge der Hitze als in den Vorjahren. Besonders betroffen sind ältere Menschen.
Von den geschätzten 15.800 hitzebedingten Sterbefällen seien 9.600 auf die besonders heiße 26. Kalenderwoche Ende Juni und etwa 4.000 Sterbefälle auf die Hitze von Ende Juli bis Mitte August zurückzuführen, teilt das RKI mit.
dpa
Bild: Die Zahl der Menschen, die laut Schätzung an Folgen der Hitze starb, steigt. (Symbolbild) | Jens Büttner/dpa
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