Alle Krankenhäuser sollen bleiben - sieben als Regioklinik

 

Alle Krankenhäuser sollen bleiben - sieben als Regioklinik

Sie sind vor allem für Alltagsnotfälle, bieten ambulante Versorgung, aber auch bis zu 50 Betten: Regiokliniken sind neu in der Krankenhauslandschaft. Wie diese künftig aussehen soll.

Mainz (dpa/lrs) -

Alle 74 Krankenhausstandorte sollen bestehen bleiben und 7 zu sogenannten Regiokliniken werden: Das sieht der Krankenhausplan für Rheinland-Pfalz auf Basis der Krankenhausreform des Bundes vor, den Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) im Landtagsausschuss vorgestellt hat. Rheinland-Pfalz sei das erste Bundesland, das die Krankenhausreform so umsetze, lobte Josef Winkler von den oppositionellen Grünen. 

Das Land will nicht alle Leistungsgruppen zuweisen 

Die Krankenhäuser hätten insgesamt 1.325 sogenannte Leistungsgruppen beantragt, sagte Hoch. Der Medizinische Dienst habe bei seinen Prüfungen rund 79 Prozent (1.065) als positiv entschieden. Das Land lehne 220 der beantragten Leistungsgruppen ab, davon 165 negativ begutachtete.

Die Einschätzung des Medizinischen Dienstes beziehe sich grundsätzlich auf die Lage im 1. Quartal 2025 und zu seinen Qualitätsanforderungen gehörten vor allem die Ausstattung mit Personal und Geräten, sagte Hoch. 

Die 61 verschiedenen Leistungsgruppen seien ein zentraler Baustein der Krankenhausreform, mit der die medizinische Versorgung in der Fläche und auch die qualitativ hochwertige Versorgung gesichert werden sollten. Sie beziehen sich beispielsweise auf die allgemeine Innere Medizin, Geburtshilfe, Endoprothetik von Hüfte und Knie oder Krebsoperationen. 

Alle Standorte erhalten 

«Wir wollen alle Krankenhausstandorte in diesem Land erhalten», sagte Hoch bei der Vorstellung des Krankenhausplans. Jetzt folge das Anhörungsverfahren. Die Zu- und Absagen für die einzelnen Leistungsgruppen sollten dann noch im September an die Kliniken verschickt werden. 

Die sieben Regiokliniken

Als Standorte für die neuen Regiokliniken nannte Hoch Bernkastel-Kues, Bingen, Boppard, Bad Dürkheim, Frankenthal, Hermeskeil und Kirn. 

Früher hatte er von acht bis zehn solcher Häuser gesprochen. Sie sollen Anfang 2027 an den Start gehen. 

«Kein Standort wird wie der andere, regionale Gegebenheiten werden immer abgebildet», erläuterte Hoch das Konzept. Im Bundesgesetz würden die Regiokliniken als «sektorenübergreifende Versorger» geführt. Sie seien vor allem für Alltagsnotfälle wie blutende Schnittwunden oder den Sturz eines Kindes vom Baum konzipiert, könnten aber auch bis zu 50 Betten haben. 

Bei Verdacht auf Schlaganfall 112 wählen

Eine Notaufnahme können sie haben, auch rund um die Uhr besetzt sein, ein Schockraum für Schlaganfälle oder Herzinfarkte gehöre aber nicht dazu. Beim Verdacht auf so einen Notfall empfehle er ohnehin, die 112 zu wählen, betonte der Minister. 

Für die besonderen Bedürfnisse und Investitionen der neuen Regiokliniken seien pro Haus bis zu 2,5 Millionen Euro extra vorgesehen, sagte Hoch. Er sprach von einem «Zukunftsmodell».

dpa

Bild: Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) stellt den Krankenhausplan für Rheinland-Pfalz vor. (Symbolbild) | Marijan Murat/dpa

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Datum: 01.09.2026
Rubrik: Lokales
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