
Wein, Wald und Wanderlust – Tipps für Touren im Herbst
Herbstliche Wanderungen in Rheinland-Pfalz verbinden Weinberge, Wald und weite Ausblicke. Welche neuen Wege und Veranstaltungen gibt es?
Mainz (dpa/lrs) -
Goldene Reben, buntes Laub und klare Fernsicht: Im Herbst zeigt sich Rheinland-Pfalz auf den Wanderwegen von der farbenprächtigsten Seite. Unter anderem zwischen Deutscher Weinstraße und Pfälzerwald lassen sich Weinberge und Wald oft auf einer einzigen Tour verbinden.
Ein Klassiker führt von St. Martin zum geschichtsträchtigen Hambacher Schloss. Auf rund neun Kilometern geht es durch die Weinlagen am Haardtrand und hinein in den Wald, mit Ausblicken über die Rheinebene und dem Schloss als markantem Ziel. Besonders reizvoll ist die Tour am Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Rebhänge leuchten lässt.
Rund ums Hambacher Schloss
Mehr Kondition verlangt die rund 13 Kilometer lange Runde von Maikammer über die Hohe Loog zum Hambacher Schloss. Rund 460 Höhenmeter kommen zusammen, dafür wechseln sich Waldpfade und Aussichtspunkte ab.
Noch weiter führt der Pfälzer Weinsteig. Der Fernwanderweg verläuft unter anderem über Neustadt, das Hambacher Schloss, die Hohe Loog und die 673 Meter hohe Kalmit. Nach einem Anstieg durch den Wald öffnet sich immer wieder ein Panoramablick.
Zwischen Rebenmeer und Zwiebelkuchen
Im Süden der Pfalz wartet mit dem Rebenmeerweg bei Ilbesheim eine kürzere Alternative. Rund um die Kleine Kalmit führt der Weg durch Weinberge und über offene Höhen mit weitem Blick Richtung Pfälzerwald und Wasgau.
Und zum Herbstwandern gehört in der Pfalz nicht nur die Aussicht: Nach der Tour locken vielerorts Weinstuben und Straußwirtschaften mit neuem Wein, Zwiebelkuchen oder einer deftigen Vesper.
Im Ahrtal führt der 36 Kilometer lange Rotweinwanderweg von Altenahr bis Bad Bodendorf durch die Weinberge. Die 15 Kilometer lange Große Saffenburgrunde bei Mayschoß verbindet Weinberge, Wald und die Ruine Saffenburg.
Und sonst noch?
Am Mittelrhein bieten der Rhein-Burgen-Weg zwischen Oberwesel und St. Goar sowie der Traumpfad Rheingoldbogen bei Boppard Ausblicke auf Rhein und Landschaft. An der Mosel verbindet der zwölf Kilometer lange Klüsserather Sagenweg Weinberge, Wald und regionale Geschichten.
In Hunsrück-Nahe bieten sich die Touren «Stein, Wein & Farbe» (12 Kilometer) und «Geheimnisvoller Lemberg» (13 Kilometer) an. In Rheinhessen führen etwa die Hiwweltour Aulheimer Tal (13 Kilometer) und die Hiwweltour Bismarckturm (10 Kilometer) durch Weinberge und Wald. Wer es länger mag: Der Rheinterrassenweg von Mainz nach Worms ist rund 62 Kilometer lang.
Auf der rund 19 Kilometer langen 17. Etappe des Lahnwanderwegs von Balduinstein nach Oberhof wechseln sich Wälder, offene Höhenzüge, Felsformationen und Weinberge ab. Unterwegs bieten sich immer wieder weite Ausblicke ins Lahntal.
Wer Naturpfade mit Felsen, Schluchten, Bächen, kleinen Wasserfällen und Waldlandschaften mag, ist im Hunsrück bei den Wegen Baybachklamm (11 Kilometer) und Ehrbachklamm (9 Kilometer) richtig.
«Genusswandern» kann man auf der Route «Lecker Pfädchen» bei Thalfang: Auf zwölf Kilometern verbindet sie Wald, Wiesen, Streuobstwiesen und mehrere Genussstationen mit Getränken und regionalen Produkten.
Touren mit KI planen
Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH empfiehlt zudem den Tourenplaner auf ihrer Webseite. Dort kann ein KI-Assistent bei der Wahl von passenden Touren helfen und gibt zudem Hinweise zu Wetter, Untergrund und passendem Schuhwerk.
Herbstliche Veranstaltungen
Mit Wanderungen verbinden lassen sich regionale Veranstaltungen. An der Mosel etwa gibt es vom 24. Oktober bis 1. November das Wanderevent «Wünschelrouten» mit neun Touren und kulinarischen Stationen. Dazu gehört etwa die Einkehr in Straußwirtschaften und bei Spitzenwinzern.
Im Ahrtal findet vom 26. September bis 25. Oktober an den Wochenenden der Weinherbst Mittelahr statt. Entlang des Rotweinwanderwegs sowie in Altenahr, Mayschoß, Rech und Dernau laden zahlreiche Weingüter und Winzergenossenschaften auf insgesamt 15 Kilometern zur Weinprobe ein.
Neue Wege und Hütten
Neu sind der 3,5 Kilometer lange Naturvielfaltspfad am Erbeskopf mit Infostationen unter anderem zu Totholz und Fichtensterben sowie fünf neue Hiwweltouren in Rheinhessen mit 6 bis 13 Kilometern Länge.
Im Ahrtal ergänzen sieben Ahrschleifen das Angebot: vier sind 10 bis 16 Kilometer lang, drei weitere maximal 6 Kilometer. Bei Neuerburg in der Eifel gibt es seit Ende März sechs neue Klettersteige entlang eines 4,5 Kilometer langen Wanderwegs. Schwierige Passagen können umgangen werden.
In der Pfalz wurde im Februar die Langenberger Hütte bei Burg Lemberg eröffnet, im Westerwald gibt es die neue Schutzhütte «Auf dem Köppel» nahe Montabaur. Zudem wurden mehrere Hütten und Rastplätze des Pfälzerwald-Vereins modernisiert.
Neu ist der Rundwanderweg Josefsblick (8 Kilometer) bei Dommershausen: Er verbindet weite Hunsrückblicke mit Naturpfaden sowie Wald- und Bachtallandschaften. Ein besonderer Höhepunkt ist der namensgebende Aussichtspunkt Josefsblick mit seinem Blick über das Lützbachtal.
Vorsicht bei Trockenheit
Die Waldbrandgefahr ist mit dem herbstlichen Wetter zwar nicht mehr sehr akut. Wegen der vorausgegangenen Trockenheit wird dennoch zu Vorsicht geraten: Offenes Feuer sollte vermieden und brennende Gegenstände wie Zigaretten sollten nicht in der Natur zurückgelassen werden. Generell sollte vor jeder Wanderung der Wetterbericht geprüft werden.
dpa
Bild: Der Herbst ist eine sehr attraktive Wanderzeit in Rheinland-Pfalz. (Symbolbild) | Thomas Frey/dpa
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